Auf Rekordkurs
Rohöl nimmt Kurs auf 100 Dollar

Der Ölpreis klettert weiter in Richtung der magischen 100-Dollar-Marke. Am Mittwoch verteuerte sich ein Fass der richtungweisenden US-Sorte WTI auf 98,62 Dollar. Die anhaltende Schwäche des Dollars bescherte auch Gold und anderen Edelmetallen einen Höhenflug.

HB FRANKFURT. Die anhaltende Dollar-Schwäche hat den Ölpreis am Mittwoch auf seinem Kurs zur 100-Dollar-Marke weiter vorangetrieben. Ein Fass der richtungweisenden US-Sorte WTI verteuerte sich um bis zu zwei Prozent auf 98,62 Dollar. Gold und andere Edelmetalle waren ebenfalls auf Höhenflug.

„Die Preissprünge bei Öl und Gold sind direkt auf den Verfall des Dollar zurückzuführen“, sagte LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger. Da beide Rohstoffe in Dollar abgerechnet werden, steigt bei einem fallenden Dollar-Kurs die Nachfrage außerhalb der USA. Gold wird zudem oft zur Absicherung gegen Inflationsgefahren, wie sie beispielsweise von einem steigenden Ölpreis ausgehen, genutzt. Spekulationen auf eine Umschichtung der chinesischen Devisenreserven zu Lasten des Dollar hatten den Euro auf ein Rekordhoch von 1,4730 Dollar getrieben. Die Nordsee-Ölsorte Brent legte am Mittwoch in der Spitze ebenfalls um zwei Prozent auf 95,19 Dollar zu.

Nach Bekanntgabe der mit Spannungen erwarteten US-Öllagerbestände am Nachmittag rutschte der Ölpreis wieder unter 98 Dollar. Rohstoffhändler Tom Knight von Truman Arnold sprach von Gewinnmitnahmen. Die Rohölbestände gingen in der vergangenen Woche etwas weniger zurück als erwartet. Allerdings schrumpften die Benzinreserven überraschend.

Der Sprung über die magische 100-Dollar-Marke ist nach Einschätzung von Experten aber nur eine Frage der Zeit. „Die strukturell steigende Nachfrage wird den Ölpreis langfristig weiter in die Höhe treiben“, betonte Fondsmanager Robin Batchelor von der Merrill-Lynch-Fondsgesellschaft BlackRock. Die Internationalen Energieagentur (IEA) sagte voraus, dass China in rund drei Jahren die USA als Top-Energieverbraucher ablösen werden. Der weltweite Energieverbrauch werde bis zum Jahr 2030 wohl um mehr als 50 Prozent steigen. Knapp die Hälfte dieses Zuwachses werde auf das Konto von China und Indien gehen.

Gold notierte mit einem Preis von 845,40 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) in Reichweite des Rekordhochs von 850 Dollar aus dem Jahr 1980. Im Schlepptau verteuerte sich Silber auf ein 27-Jahres-Hoch von 16,19 Dollar. Platin war mit bis zu 1484 Dollar je Feinunze so teuer wie noch nie.

Bei den Industriemetallen verbilligte sich Kupfer auf 7370 Dollar je Tonne. Händlern zufolge drückte die Furcht der Anleger vor einer Abkühlung der Weltkonjunktur auf die Stimmung. Zinn kletterte dagegen auf ein Rekordhoch von 17.225 Dollar. Auslöser hierfür seien Spekulationen um Lieferengpässe in Indonesien, dem weltweit zweitgrößten Produzenten, sagten Börsianer.

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