Aufwärtstrend
Experten sehen noch Potenzial bei Rohstoffen

Die Rohstoffmärkte blieben von den jüngsten Turbulenzen an den Welt-Finanzmärkten nicht verschont. Experten gehen davon aus, dass die Theorie von der Langfrist-Hausse bei Rohstoffen durch den Mini-Crash bei Aktien nicht in Frage zu stellen ist. Allerdings könne sich die vor geraumer Zeit einsetzende Minuskorrektur über einen längeren Zeitraum erstrecken als bisher gedacht, sagen Experten einschränkend.

FRANKFURT. Unter Preisdruck gerieten zuletzt jene Rohstoffe, die zuvor vor allem durch die spekulativen Kräfte der in der Welt vagabundierenden hohen Liquidität und weniger durch die fundamentalen Daten von Angebot und Nachfrage in die Höhe getrieben worden waren. Dies wurde vor allem am Goldmarkt deutlich. Obwohl Gold allgemein als Kapitalanlage für Krisensituationen gilt, fiel der Preis des gelben Metalls analog zu den Aktienkursen kräftig zurück.

In diesen Tagen sieht sich Richard Egelton durch die Marktentwicklungen bestätigt. Der Chefökonom der Bank of Montreal hatte noch vor drei Wochen für das Jahr 2007 von absehbaren Turbulenzen an den Rohstoffmärkten gesprochen. Andere Analysten sehen jedoch nur eine kurzfristige Pause im Aufwärtstrend. „Ungeachtet einer absehbaren anhaltend hohen Volatilität ist der grundlegende Preistrend an den Rohstoffmärkten deutlich aufwärts gerichtet“, sagt Philip Vorndran von Credit Suisse Asset Management, der vor allem im zweiten Halbjahr 2007 wieder mit einem Aufleben der Haussekräfte rechnet.

Auch wenn dem mehr als sechsjährigen Aufschwung an den Rohstoffmärkten die Puste ausgegangen ist, bleiben die meisten Experten bei ihren Vorhersagen, wonach die Aufschwungkräfte in den nächsten Monaten wieder an Dynamik gewinnen werden. James Gutman, Rohstoff-Experte von Goldman Sachs, geht davon aus, dass „der langfristige Aufwärtstrend intakt ist“. Eine freundliche Tendenz der Rohstoffpreise erwartet auch Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank.

Der – inzwischen allerdings etwas verhaltener geäußerte – Optimismus von Experten überrascht nicht. Während der vergangenen fünf Jahren hatten Ökonomen und Finanzmarkt-Analysten die Rohstoffhausse verschlafen. „Unsere Prognose-Modell scheinen mit den Nullen nicht zurechtgekommen zu sein“, gibt ein Analyst zu. Man habe sich zu sehr auf die erwartete Nachfrage der Industrieländer fokussiert und den Rohstoffbedarf Chinas und Indiens nicht vorausgesehen. So habe man wohl den gigantischen Rohstoffhunger von mehr als 2 300 Mrd. Menschen in China und Indien unterschätzt.

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