Bald Kurs-Verluste erwartet
Euro-Stabilisierung setzt sich fort

Vor der Veröffentlichung einer Reihe von Konjunkturdaten aus den USA hat sich der Euro am Freitag weiter stabil zum Dollar gezeigt und etwas zugelegt. Nach Einschätzung von Analysten ist die Wahrscheinlichkeit allerdings groß, dass die Gemeinschaftswährung gegenüber der US-Valuta in naher Zukunft weiter nachgeben wird.

Reuters FRANKFURT. Im Mittelpunkt des Marktes stand zunächst der Dollar/Yen-Handel. Überraschend robuste Daten zur Industrieproduktion in Japan ließen die japanischen Aktien und im Gefolge auch den Yen zur US-Währung steigen. „Der Yen ist gar nicht direkt in Reaktion auf die Daten gestiegen, sondern vielmehr nach dem Anziehen der Aktienkurse“, sagte ein Händler.

Der Dollar sank auf Kurse knapp über 117 Yen nach knapp 117,40 Yen im späten US-Geschäft.Der Euro notierte am Vormittag mit 1,0912 Dollar nach 1,0882 Dollar zum Handelsschluss am Vorabend in New York.

Analysten halten trotz der bereits einige Tage anhaltenden Stabilisierung des Euro eine Fortsetzung der vor mehreren Wochen begonnenen Talfahrt für wahrscheinlich. Zuletzt sei die erwartete vorübergehende Stabilisierung der Gemeinschaftswährung eingetreten, schrieben die Analysten von Helaba Trust in einem Marktkommentar und ergänzten: „Es überwiegen jedoch weiterhin die Risiken nach unten.“ Händler sehen als Hintergrund für einen auch von ihnen erwarteten Anstieg des Dollar zum Euro die sicherere Konjunkturerholung in den USA, während die Konjunktur in der Euro-Zone noch große Hindernisse überwinden müsse.

Letzteres belegten am Freitagvormittag neue deutsche Daten. Nach einem leichten Umsatzplus im Juni verkaufte der deutsche Einzelhandel im Juli wie erwartet wieder weniger.Im Vergleich zum Vormonat setzte die Branche saisonbereinigt real 1,6 % und in jeweiligen Preisen (nominal) 1,3 % weniger um. Die Ergebnisse einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) belegten außerdem, dass die Konsumstimmung der deutschen Verbraucher sich nur sehr langsam bessert. Der auf der Basis der August-Umfrage berechnete GfK-Konsumklima-Indikator für September stieg auf 4,8 nach revidiert 4,6 Punkten im Vormonat.

Jüngste Daten aus Übersee verfestigten dagegen zuletzt den Eindruck, dass eine Erholung der Konjunktur in den USA bereits begonnen hat. Mit Spannung werden am Nachmittag Zahlen zur Entwicklung der persönlichen Einkommen im Juli (14.30 Uhr MESZ), der Index für das Verbrauchervertrauen der Universität von Michigan für August (15.45 Uhr) und der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für den Großraum Chicago im August (16.00 Uhr) auf dem Veröffentlichungskalender. Notenbankchef Alan Greenspan wird gegen 16.00 Uhr bei einer Veranstaltung in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming über „Geldpolitik und Unsicherheit“ sprechen.

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