Banknoten

Ab Mai kommen die neuen Euro-Scheine

Sie sollen sicherer sein und im Wasserzeichen und Hologramm ein Porträt der griechischen Gestalt Europa enthalten. Obwohl die Farben und Motive gleich bleiben, sollen alte und neue Scheine leicht zu unterscheiden sein.
Update: 08.11.2012 - 17:54 Uhr 27 Kommentare
Die neuen Sicherheitsmerkmale sollen das Fälschen der Scheine noch schwerer machen. Quelle: dpa

Die neuen Sicherheitsmerkmale sollen das Fälschen der Scheine noch schwerer machen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Euro-Scheine bekommen ein kleines Facelift. Ab dem kommenden Jahr wollen die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Zentralbanken (NZBen) des Euro-Systems die zweite Serie von Euro-Banknoten einführen. Das kündigte am Donnerstag EZB-Präsident Mario Draghi in Frankfurt an.

Die neue Serie werde „Europa-Serie“ heißen, da die Banknoten im Wasserzeichen am Rand der Scheine und im Hologrammband ein Porträt der Europa – einer Gestalt aus der griechischen Mythologie und Namensgeberin unseres Kontinents – tragen. Zudem soll der aufgedruckte Wert der Banknote seine Farbe von smaragdgrün in ein tiefes Blau ändern, wenn man den Geldschein etwas neigt. Diese Merkmale sollen das Fälschen noch schwerer machen.

Die Europa-Serie sei das Ergebnis von Fortschritten, die in den mehr als zehn Jahren seit der Einführung der ersten Euro-Serie im Bereich Banknoten-Technologie erzielt wurden. "Die Sicherheitsmerkmale wurden weiter verbessert; die neuen Euro-Geldscheine werden somit noch sicherer sein", so die EZB. Schon die erste Generation der Euro-Noten wird vergleichsweise selten gefälscht. „Rein rechnerisch kommt jeder Bürger in Deutschland nur einmal in 2000 Jahren mit Falschgeld in Berührung“, erklärte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele.

„Bei der zweiten Euro-Banknotenserie handelt es sich um eine Weiterentwicklung der ersten Serie“, sagte Draghi. Das Leitmotiv „Zeitalter und Stile“ mit Architekturmotiven sowie die Hauptfarben würden beibehalten. Für die neuen Sicherheitsmerkmale seien die Noten aber leicht verändert worden: „Die Geldscheine der beiden Serien können leicht voneinander unterschieden werden“, verriet Draghi.

Gleich bleibt das Material: Auch die überarbeiteten Noten werden laut EZB auf Baumwollpapier gedruckt, die Sicherheitsmerkmale direkt bei der Papierherstellung in die Scheine integriert. Für jeden Schein werden demnach unterschiedliche Druckverfahren und spezielle Tinten verwendet. Die Hologramme, die je nach Betrachtungswinkel ihre Farbe ändern, gelangen im Siebdruckverfahren auf die Geldnote.

Die neuen 5-Euro-Scheine sollen der Öffentlichkeit im Januar 2013 in Frankfurt vorgestellt werden. Bis sie von Mai an in Umlauf gebracht werden, sollen sie in der Tresoren der nationalen Notenbanken lagern. Die übrigen Noten der zweiten Generation werden in aufsteigender Reihenfolge über mehrere Jahre hinweg eingeführt. Zum Startdatum für den neuen Zehn-Euro-Schein machte die EZB jedoch noch keine Angaben. Für das kommende Jahr ist eine Informationskampagne geplant.

Anfangs sollen die beiden Euro-Banknotenserien parallel zueinander im Umlauf sein, dann werde die erste Serie allmählich aus dem Verkehr gezogen und verliere letztlich den Status als gesetzliches Zahlungsmittel. Der Zeitpunkt, zu dem dies erfolgt, werde weit im Voraus bekannt gegeben. Verbraucher könnten auch nach Ablauf der Gültigkeit jederzeit bei einer Notenbank gegen die neuen Noten umtauschen. Draghi betonte: „Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie für immer.“

 
  • dpa
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27 Kommentare zu "Banknoten: Ab Mai kommen die neuen Euro-Scheine"

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  • bevor der Euro eingeführt wurde, gab es auch neue DM-Scheine, angeblich wegen zuvielrer Fälschungen. ein Schelm, der böses dabei denkt.

  • Zitat Scheingeld-Drucker Draghi:

    "Ihren Wert behalten die Banknoten der ersten Serie immer".

    Daran kann erkennen, daß Goldmann-Draghi keine Ahnung hat, was Geld ist.

    Gerade hat er Billionen frisches ungedecktees Geld in den Markt gebracht. Dieses Geld wird in absehbarer Zeit eine noch größere Inflation auslösen.

    Je nach Warenkorb hat der Euro seit seiner Einführung mehr als 40% Kaufkraft verloren.

    Ungedecktes Papiergeld "behält seinen Wert nicht", Herr Draghi!

    Wie @Baier vermutet, ist dies vermutlich eine weitere verschleierte Erhöhung der Geldmenge.

  • Gentlemen bitte, vertrauen sie dem Kapitalismus.

    Es werden bestimmt keine Geldcheine hergestellt, deren aufgedruckter Zahlunswert unter den der Herstellungskosten liegen. Freuen sie sich lieber über das schicke Design. Den Amis ihr Geld ist weniger Wert und der Wert wird aufgrund des gigantischen Haushaltsdefizit weiter fallen. Und die leisten sich hässliche ein Dollar Scheine! Wie uns doch die Amis beneiden müssen.

  • @proKapitalismus: Die Arbeitsweise der Notenbanken, insbesondere in Griechenland, haben wir alle jetzt zur Genüge erkennen müssen. Und die Arbeitsweise der EZB: mehrfach hat sie gegen ihren Auftrag verstossen, Anleihen aufgekauft, und Fachleute sehen sie mittlerweile als Bad Bank. Soviel zur Realität. it is the economy, stupid!

  • Was steckt denn da wieder dahinter? Jetzt kann man die Geldmenge viel besser verschleiern. Das dürfte der wahre Grund sein.

  • Und das wird dann wieder dem Volk als "Meilenstein" in der gemeinsamen Geschichte der EU verkauft!

    Lasst mich lachen....wenn es nicht so traurig wäre!!!

    Warum "Liebes Handelsblatt", berichtet ihr nicht auch darüber, dass gestern der Bundestag einstimmig gegen die "Offenlegung der Nebeneinkünfte unserer Abgeordneten" gestimmt hat?

    Interessant, wie es immer abläuft nach so einem Thema. Im Fall Steinbrück haben alle Abgeordneten von CDU/CSU und FDP aufgeheult und jetzt stimmen sie dagegen, dass ihre Nebeneinkünfte auf Heller Und Cent veröffentlicht werden.

    Das ist ein Skandal!

    So etwas sollt mal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken!

  • Dte drucken jetzt schon ganz offizell Euro2 Umtauschkurs ist dann 1 zu 2 XD

  • @TripleX

    Den Euro zu kritisieren ist das gleiche als würden sie Hitler und die NSDAP 1943/44 kritisieren. Die Kritik ist zwar richtig und berechtigt, aber nicht erwünscht und wird ggf. auch hart bestraft.

    Schweden, England, Dänemark, Norwegen und die Schweiz wissen warum sie da nicht mitmachen.

  • sind da ein, oder zwei Nullen mehr auf den Scheinen? Ganz im Sinne der EZB. Passend auch dazu "einer Gestalt aus der griechischen Mythologie".

  • Das ist alles volle Absicht. Das ist - mit Verlaub gesagt - ein Faustschlag in die Mundwerkzeuge der Euro-Kritiker. Nicht nur, dass schon wieder die griechische Schrift für Euro auftaucht, EYPO, jetzt auch noch als Motiv die Europa der griechischen Mythologie. Man hatte die Chance, einen europäischen Schein für die Nicht-Pleite-Länder zu entwerfen, natürlich nur mit lateinischen Buchstaben. Oder wollen wir nach dem Serbien-Beitritt dann auch noch kyrillische Buchstaben auf dem Euro haben? Das ist ja wohl das Letzte... Aber man sieht an diesem Fünfer deutlich, wie aggressiv die notorischen Befürworter des Euro vorgehen.

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