Barrel Brent kostet 27,10 Dollar
Ölpreis im Steigflug

Auch am Tag nach der überraschenden Drosselung der Opec-Fördermengen steigt der Ölpreis weiter. Händler halten eine weitere deutliche Verteuerung für möglich.

HB LONDON. Ein Barrel Brent zur Lieferung im November kostete am frühen Nachmittag 27,10 Dollar und damit 43 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für leichtes US-Öl legte um 42 Cent auf 28,66 Dollar zu. Am Vortag waren die Preise nach dem Opec-Beschluss bereits um mehr als einen Dollar in die Höhe geschnellt. Die Entscheidung des Kartells belastete erneut auch die Aktienmärkte in Europa und Asien, weil die Anleger befürchten, höhere Energiekosten könnten den Konsum dämpfen und damit den erhofften Wirtschaftsaufschwung bremsen.

Die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatten sich am Mittwoch auf eine Drosselung der Fördermengen der zehn Opec-Länder (ohne Irak) um 900 000 Barrel (1 Barrel = knapp 159 Liter) auf 24,5 Millionen Barrel täglich ab 1. November geeinigt. Damit soll ein weiterer Verfall der Ölpreise verhindert werden und zwar auch dann, wenn die irakischen Ölexporte wie von der Opec erwartet bald wieder kräftiger sprudeln sollten.

„Das ist eine deutliche Botschaft der Opec“, sagte Brian de Clare von ABN Amro. „Und wenn wir keine merklich höhere Produktion im Irak bekommen, was unwahrscheinlich ist, werden die Preise hochgehen.“ Bei der marktführenden Nordseesorte Brent könne der Preis durchaus auf 33 Dollar je Barrel und bei US-Öl auf 35 Dollar steigen.

Opec-Präsident Abdullah el Attijah hatte die Drosselung mit dem Ziel begründet, den Ölpreis nahe 25 Dollar je Barrel zu halten. US-Öl hatte sich seit Anfang September um zwei Dollar verbilligt, blieb damit aber immer noch nahe am Mittelwert der Opec-Zielspanne von 22 bis 28 Dollar. Die Opec-Länder setzen offenkundig auf eine absehbare deutliche Steigerung der Fördermengen aus dem Irak.

Die Energiemarktwächter der Industriestaaten waren nach eigener Auskunft auf den Opec-Schritt nicht vorbereitet. „Ich bin überrascht, dass die Opec ihre Produktion zu einer Zeit reduzieren wird, wo die Lagervorräte weiterhin deutlich unter dem historischen Schnitt liegen und wir die traditionell nachfragestarke Wintersaison der nördlichen Hemisphäre vor uns haben“, sagte Claude Mandil, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA).

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