Belastung durch Schuldenstreit
Euro bricht nach US-Jobzahlen ein

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht sorgt für die Kehrtwende am Devisenmarkt. Angesichts der gestiegenen Aussichten auf höhere Zinsen in den Staaten verliert der Euro über ein Prozent. Auch Hellas drückt den Kurs.
  • 1

FrankfurtDer Euro hat am Freitag über ein Prozent verloren. Am Nachmittag notierte die Gemeinschaftswährung des Euro-Raumes bei 1,1101 US-Dollar. Für den Sturz am Devisenmarkt verantwortlich zeigte sich ein starker US-Arbeitsmarktbericht. So schuf die weltgrößte Ökonomie im Mai 280.000 neue Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft. Gerechnet hatten die Experten nur mit etwa 226.000 neuen Jobs.

Dies gab dem Greenback wieder Auftrieb, steigen doch mit Erstarken der amerikanischen Wirtschaft die Aussichten auf eine Zinswende der Federal Reserve noch in diesem Kalenderjahr. Zuletzt hatten Unkenrufe um schwache Konjunkturdaten eine frühzeitige Leitzinserhöhung nach Marktermessen sehr unwahrscheinlich gemacht.

In Deutschland investierte Anleger dürfte der abwertende Euro zum Wochenausklang wohl erfreuen, wachsen dadurch doch die Devisengewinne deutsche Exportunternehmen. Schon im bisherigen Handel hatte der Euro ein leichtes Minus geführt, konnte die Marke von 1,12 US-Dollar aber bis zum Nachmittag halten.

Leicht belastet wurde der Euro durch die Aussicht, dass sich der Schuldenstreit zwischen Griechenland und seinen Europartnern fortsetzen dürfte. Am Donnerstagabend hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) mitgeteilt, dass Athen seine im Juni fälligen Kreditraten bündeln und am Monatsende zahlen darf. Damit sei etwas Zeit gewonnen, die Verhandlungen kämen aber nicht sichtbar voran, heißt es in einem Kommentar der Commerzbank.

Unterstützung lieferten dagegen Auftragszahlen aus Deutschland. Im April erhielt die Industrie nach Zahlen des Statistischen Bundesamts deutlich mehr Bestellungen als erwartet. Im Tagesverlauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf den amerikanischen Arbeitsmarkt. Die US-Regierung veröffentlicht ihren Monatsbericht für Mai. Die Jobdaten sind von großer Bedeutung für die Geldpolitik der Notenbank Fed, von der in diesem Jahr eine erste Zinsanhebung nach der Finanz- und Wirtschaftskrise erwartet wird.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Belastung durch Schuldenstreit: Euro bricht nach US-Jobzahlen ein"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Euro bricht ein? Nach der Schwankung von 1% oder 1 Cent? Das ist wirklich Sensationsjournalismus.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%