Benzin & Öl
Ölpreis zieht an – Diesel sinkt unter einen Euro

Der Dieselpreis ist in vielen Gegenden Deutschlands unter einen Euro gefallen. Ursache der fallenden Preise ist der zuletzt wochenlange Rückgang der Rohölpreise. Zum ersten Mal seit 25 Jahren wird wegen der Wirtschaftskrise 2008 die weltweite Öl-Nachfrage sinken. Heute ist Öl allerdings wieder deutlich teurer geworden.

HB HAMBURG/PARIS. In Hamburg, Mainz, Kassel oder Nürnberg wurde die Schwelle sogar an Markentankstellen unterschritten. Mit 1,06 Euro pro Liter lag der Preis im Bundesdurchschnitt am Donnerstag nur noch sechs Cent darüber, wie Marktführer Aral mitteilte. Laut Aral war Diesel zuletzt im Juni 2005 so billig.

Der Preisverfall bei Diesel und Benzin in Deutschland läuft sei Monaten: Ein Liter Superbenzin kostete am Donnerstag 1,10 Euro, ebenfalls erneut zwei Cent weniger als am Vortag. Es ist der niedrigste Stand seit März 2003. Damit spart ein Autofahrer inzwischen rund 25 Euro pro Tankfüllung im Vergleich zu den Rekordpreisen aus dem Hochsommer. Hauptursache der fallenden Preise ist der Rückgang der Rohölpreise.

Zum ersten Mal seit 25 Jahren wird wegen der Wirtschaftskrise 2008 die weltweite Öl-Nachfrage sinken. Wie die Internationale Energieagentur IEA in Paris berichtete, wird sich die Ölnachfrage in diesem Jahr um 0,2 Prozent im Vergleich zu 2007 verringern. Das wäre der erste Rückgang seit 1983. Im Schnitt würden 2008 täglich 85,8 Mio. Barrel Rohöl verbraucht. Das sind 350 000 Barrel weniger als die IEA zuletzt vorhergesagt hatte. Im Jahr 2009 rechnet die IEA mit einem Verbrauchsanstieg auf 86,3 Mio. Barrel pro Tag.

Der Ölpreis zog am Donnerstag unterdessen an: Zeitweise wurde ein Preissprung von mehr als drei Dollar auf 47,07 Dollar pro Barrel beobachtet. Hintergrund ist ein Treffen der Ölexportländer der OPEC kommende Woche. Viele Marktbeobachter rechnen mit einer Produktionskürzung um zwei Mio. Barrel pro Tag, um so höhere Preise zu erzwingen.

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