Benzin wieder teurer
Rohöl schon knapp unter 70 Dollar

dpa-afx HAMBURG. Die steigenden Rohölpreise treiben die Benzinpreise in Deutschland nach oben. Marktführer Aral erhöhte am Dienstag die Preise für Benzin um rund drei Cent je Liter und verteuerte gleichzeitig Diesel um zwei bis drei Cent. Ein Konzernsprecher begründete die Maßnahme mit dem Margendruck durch die höheren Einstandskosten am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Die Situation werde zusätzlich verschärft durch US-Benzinkäufe auf dem europäischen Markt vor dem Beginn der Urlaubssaison. Die bundesweiten Durchschnittspreise von 1,33 Euro für Super und 1,14 Euro entsprechen ungefähr dem Preisniveau vom vergangenen Oktober und liegen noch deutlich unter den Rekordständen des vergangenen Jahres, die nach dem Hurrikan "Katrina" in den USA Anfang September erreicht wurden.

Nach einer Erhebung des Automobilclubs ADAC vor dieser neuen Preisrunde mussten gegenwärtig die Autofahrer in Bremen am wenigsten für ihr Benzin bezahlen. In der Hansestadt kostete der Liter Superbenzin etwas mehr als 1,28 Euro, während die Autofahrer in der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt mit rund sechs Cent mehr zur Kasse gebeten wurden. Bezogen auf eine Tankfüllung von 40 Litern macht dieser Unterschied 2,40 Euro aus. Auch beim Diesel lag Bremen mit 1,09 Euro je Liter am unteren Ende der Preisskala. Dagegen kostete der Liter Diesel in Kiel 1,16 Euro.

"Die regionalen Preisunterschiede sind inzwischen wieder wesentlich ausgeprägter als in den vergangenen Monaten", heißt es in der Mitteilung des Adac. Die Tankstellenfirmen sehen solche Preisunterschiede als Ausdruck des Wettbewerbs auf dem Benzinmarkt, der regional zu unterschiedlichen Ergebnissen führe.

Auf den internationale Rohölmärkten verteuerte sich ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Dienstag in der Spitze auf 69,59 Dollar und erreichte damit einen neuen Höchststand. Auch der US-Ölpreis legte weiter zu. Ein Barrel der Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete zuletzt 69,20 Dollar und damit 46 Cent mehr als zum Handelsschluss am Montag.

Nach Einschätzung von Händlern ist beim Ölpreis die Marke von 70 Dollar in Reichweite. Die alte Höchstmarke - 68,89 Dollar am 30. August 2005 während der Wirbelstürme in den USA - hatte der Brent- Ölpreis bereits am Montag übertroffen. Der WTI-Ölpreis hatte damals mit 70,85 Dollar seine bisherige Höchstmarke erreicht. US-Präsident George W. Bush hatte am Montag in Washington die Berichte über angeblich umfassende Pläne der USA für militärische Angriffe auf den Iran als "wilde Spekulationen" bezeichnet. Dennoch sind die Märkte über die Unsicherheiten beunruhigt.

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