Benzinlagerbestände in USA gesunken
Ölpreis pausiert auf dem Weg nach oben

Beim Ölpreis ist keine Entspannung in Sicht. Zwar legten die Rohölpreise am Donnerstag eine kleine Pause ein, verharrten aber auf außerordentlich hohem Niveau.

HB HAMBURG. Die Nordsee-Sorte Brent zur Juni-Auslieferung kostete am Nachmittag 73,61 Dollar je Barrel (159 Liter), das waren zwölf Cent weniger als am Tag zuvor. Die US-Sorte WTI gab um sieben Cent auf 72,10 Cent je Barrel nach.

An den Zapfsäulen in Deutschland bröckelten die Benzinpreise um ein bis zwei Cent je Liter ab, obwohl die Rotterdamer Großmarktpreise am Vortag kräftig in die Höhe gegangen waren. Superbenzin kostete an Markentankstellen im bundesweiten Durchschnitt ungefähr 1,35 Euro, Diesel 1,14 Euro. Damit hat sich die Schere zwischen steigenden Einkaufspreisen und sinkenden Endverbraucherpreisen weiter geöffnet.

In einer solchen Situation gibt es üblicherweise eine Preisrunde, doch am Donnerstag preschte bis zum späten Nachmittag noch keine der Mineralölgesellschaften vor.

Allgemein erwartet der Markt wegen der unruhigen weltpolitischen Lage weiter steigende Preise. Die Deka-Bank verweist zudem auf sinkende Lagerbestände für Benzin in den USA, was den Preisdruck weiter erhöhe. Die Raffinerien in Europa arbeiten auf Hochtouren, um die Nachfrage zu befriedigen, die zusätzlich aus den USA auf den europäischen Markt kommt. Die deutschen Raffinerien waren im vergangenen Jahr zu mehr als 99 Prozent ausgelastet und haben dabei gut verdient.

Der französische Industrieminister François Loos hat am Donnerstag die EU-Kommission aufgerufen, wöchentlich (statt monatlich) über die Höhe der Ölreserven zu berichten. „Man muss zeigen, dass die Ölproduktion im Verhältnis zum Verbrauch ausreicht. Das wird die Spekulanten abschrecken, die Preise hochzutreiben“, sagte Loos in Paris. „Es gibt keinen Grund für einen Ölpreis von 74 Dollar.“

Neben der dem Konflikt um das Atomprogramm des Iran trieben auch die gesunkenen Benzin- und Rohöllagerbestände in den USA den Ölpreis nach oben, sagten Händler. Die Benzin-Lagervorräte waren in der abgelaufenen Woche zum siebten Mal in Folge gefallen. Die Bestände seien um 5,4 Mill. Barrel (je 159 Liter) auf 202,5 Mill. Barrel gesunken. Der Rückgang war doppelt so hoch wie von Experten erwartet. Dies sei vor der Urlaubssaison besonders kritisch, sagten Händler.

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