Benzinpreis

Teures Tanken vor Ostern

Der Ölpreis ist deutlich gestiegen. Das dürfte auch Benzin verteuern. Autofahrer müssen sich zu Ostern wohl auf steigende Preise einstellen. Doch es gibt Möglichkeiten zu sparen.
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Wer am Morgen tankt, zahlt drauf. Quelle: dpa
Benzinpreise

Wer am Morgen tankt, zahlt drauf.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSchlechte Nachrichten für Autofahrer: Die Ölpreise sind am Freitag nach dem US-Luftschlag gegen Syrien deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt rund 56 US-Dollar, 82 Cent mehr als am Donnerstag. Und der Preis für Leichtöl stieg um 89 Cent auf rund 53 Dollar. Mittelfristig dürfte dadurch auch der Benzinpreis in Deutschland weiter steigen. Obendrein verteuert der schwächelnde Euro die Spritimporte.

Autofahrer müssen sich pünktlich zu Ostern auf steigende Preise einstellen. Darauf deutet auch eine aktuelle Erhebung des Automobilclubs ADAC hin. Demnach sind „kurz vor Beginn der Osterferien in den meisten deutschen Bundesländern die Kraftstoffpreise spürbar gestiegen.“ Autofahrer müssten für einen Liter „Super E10“ im Tagesdurchschnitt 1,351 Euro bezahlen – 2,3 Cent mehr als vor einer Woche. Auch Diesel-Kraftstoff hat sich verteuert um 1,3 Cent auf 1,158 Euro.

Aber hängt der Anstieg der deutschen Spritpreise wirklich nur an den Weltmärkten? Viele Verbraucher vermuten hinter den Preissprüngen vor den Feiertagen eher Absprachen der Mineralölkonzerne. Und tatsächlich gab es in der Vergangenheit immer wieder Preisentwicklungen, die diese Annahme nahelegten. Besonders prominent: die Ostertage 2009, als die Benzinpreise in Deutschland just um die Feiertage herum deutlich anzogen, ohne dass die Ölpreise auf dem Weltmarkt ähnlich zulegten. Einen Beweis für Preisabsprachen hat das Bundeskartellamt, das die Mineralölkonzerne überwacht, jedoch nicht gefunden.

Um den Markt dennoch stärker zu durchleuchten, hat die Bundesregierung Ende 2013 die sogenannte Markttransparenzstelle beim Bundeskartellamt eingerichtet. An diese müssen alle rund 14.000 Tankstellen in Deutschland ihre aktuellen Preise melden. Im Anschluss gibt die Stelle die Daten an Verbraucherorganisationen, Internetportale und Spritspar-Apps weiter.

Die zusätzlichen Daten ermöglichen erstmals verlässliche Aussagen über die Spritpreistrends in Deutschland: So hat der aktuelle Jahresbericht keine Hinweise auf Preisabsprachen unter den Tankstellenketten gefunden. Die Preise unterschieden sich vielmehr deutlich: „Die Betrachtung der Preisniveaus im Bundesgebiet zeigt weiterhin regionale Unterschiede“, schreiben die Beobachter vom Bundeskartellamt. „Mit maximal sieben Eurocent/Liter waren diese etwas größer als im Vorjahr.“ Entgegen dem Eindruck vieler Autofahrer scheint die Preisentwicklung „grundsätzlich im Wesentlichen der Entwicklung des Rohölpreises zu folgen“, bilanziert das Kartellamt.

Der Preiszyklus ist demnach einfach: Ab sechs Uhr morgens fallen die Preise. Gegen Mittags wird es wieder teurer, abends dann wieder günstiger. Das Tief ist gegen 18 Uhr erreicht, im Anschluss geht der Trend wieder nach oben. Der Wochentag spielt keine erkennbare Rolle.

Preise für Metalle ziehen an, Erdöl bleibt stabil
Platz 19: Erdgas
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Der Verbraucher merkt es meist erst viel später – wenn überhaupt. Doch die Gaspreise sind seit Anfang des Jahres um 24,92 Prozent gesunken, laut „Thomson Reuters/Jeffries CRB Index“ (RJ/CRB-Index). Der Index umfasst 19 verschiedene Rohstoff-Futures, die an Warenterminbörsen gehandelt werden, und gilt als Indikator für die zukünftige Entwicklung der Inflation oder die Kostenentwicklung in der Industrie.

Platz 18: Orangensaft
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Gut für Gesundheitsbewusste: Der Orangensaft entwickelt sich zum Preisschlager. Seit Jahresbeginn haben die Preise um 15,93 Prozent nachgegeben.

Platz 17: Kakao
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Gefallen sind auch die Preise für um 9,17 Prozent seit Januar 2017.

Platz 16: Heizöl
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Nicht nur Erdgas, auch das Heizöl wird günstiger. Der Preis fällt um 4,99 Prozent seit Januar 2017.

Platz 15: Lebendrind
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So neugierig das Rind auch schaut, sein Wert an der Börse sinkt: Um 1,2 Prozent fielen die Erträge für Lebendrind seit Beginn des Jahres.

Platz 14: Zucker
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Süße Sünde, günstige Sünde: Der Zuckerpreis ist kaum merklich gesunken. Derzeit liegt er 0,41 Prozent unter dem Wert für Januar.

Platz 13: Benzin
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Um einen winzigen Tropfen sinkt der Benzin Preis um 0,22 Prozent im Vergleich zum Januar. Doch in Anbetracht der hohen Inflation rechnen Analysten mit einem zukünftigen Preisanstieg.

Offensichtlich hat die Einrichtung der Markttransparenzstelle zu einer verlässlicherer Preisgestaltung geführt. Sowohl für 2015 wie auch für 2016 konnte laut Transparenzstelle – anders als in der Vergangenheit – „keine wesentliche Anhebung der Preisniveaus für die Oster- oder die Pfingstzeit festgestellt werden.“

Aufgrund der Preisunterschiede im Tagesverlauf und zwischen den Tankstellen sei dennoch ein enormes Einsparpotential gegeben. Das Kartellamt ruft daher explizit zur Nutzung von Tank-Apps auf: Von der Informationstätigkeit der Markttransparenzstelle könne nur dann ein Wettbewerbsdruck ausgehen, „wenn möglichst viele Verbraucherinnen und Verbraucher diese Apps nutzen. Sie haben den Erfolg der (Markttransparenzstelle) also ein großes Stück selbst in der Hand.“

Wer noch keinen Spritpreisvergleich nutzt, findet die komplette Liste auf der Seite des Kartellamts. Und wem das zu umständlich ist, der kann sich zumindest an einige Grundregeln halten. So empfiehlt der ADAC Autofahrern, vor dem Start in die Osterferien möglichst in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend zu tanken. „Dann sind Benzin und Diesel erfahrungsgemäß am günstigsten.“

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