Bernanke im Blick
Euro rutscht auf tiefsten Stand seit Anfang 2006

dpa-afx FRANKFURT. Die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen in den USA hat den Kurs des Euro am Montag auf den tiefsten Stand seit Anfang des Jahres gedrückt. Am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1 899 Dollar gehandelt. Zwischenzeitlich war der Euro mit 1,1 878 Dollar auf den tiefsten Stand seit dem 3. Januar gesunken. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1 888 (Freitag: 1,1970) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8 412 (0,8 354) Euro.

"Die Aussagen von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke werfen bereits ihre Schatten voraus", sagte Devisenexpertin Alexandra Bechtel von der Commerzbank. Dies stütze den Dollar. Der neue Chef der US-Notenbank, Bernanke, werde am Mittwoch vor dem US-Kongress seine "ersten Gehversuche" machen. Entscheidend bleibe, wie stark Bernanke bei der ersten halbjährlichen Lagebeurteilung die Inflationsgefahren hervorhebe. Bei der letzten Sitzung unter Alan Greenspan sei der Autopilot der Währungshüter abgeschaltet worden. "Die Währungshüter steuern nun auf Sicht", sagte Bechtel.

Steigende Leitzinsen in den USA machten tendenziell den Dollar attraktiv. Allerdings stelle sich die Frage, ob sich die US-Wirtschaft langsam abschwäche oder die US-Notenbank bei ihrem Straffungskurs übersteuere, sagte Bechtel. Die US-Notenbank hat den Leitzins bereits 14. Mal in Folge um jeweils 0,25 Prozentpunkte auf nun 4,50 Prozent erhöht. Am Markt wird zumindest eine weitere Leitzinserhöhung im März erwartet. Vor diesem Hintergrund dürfte Bernanke bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt möglichst vorsichtig agieren und sich eher bedeckt halten, erwartet Bechtel.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6 837 (0,6 839) britische Pfund , 140,35 (140,77) japanische Yen und 1,5 559 (1,5 551) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 549,30 (557,00) Dollar gefixt.

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