Biokraftstoffe
Ethanol aus Brasilien ist gefragt

Brasiliens Energiesektor ist auf dem Vormarsch. Neuerdings trägt der alternative Treibstoff Ethanol zunehmend zur guten Performance des Sektors bei.

HB SAO PAULO. Der aus Zuckerrohr produzierte gewinnt auf Grund des hohen Ölpreises auch weltweit verstärkt an Attraktivität. Allein 2004 wurden in Brasilien rund 15 Mrd. Liter Ethanol produziert. Zuckerrohr wird in weiten Teilen des Landes angebaut, was dazu beiträgt, dass die Produktionskosten in Brasilien im weltweiten Vergleich am günstigsten sind. 2004 zählte Brasilien mit einem Marktanteil von 37 Prozent zu den weltweit größten Ethanolproduzenten, gefolgt von den USA mit 31 Prozent.

Bei der Nutzung von Ethanol als Biosprit nimmt Brasilien heute eine Vorreiterrolle ein. Grund hierfür ist vor allem die frühe Förderung von Ethanol durch die brasilianische Regierung, die das Potenzial erkannt hat. Seit den siebziger Jahren gibt es beispielsweise Vorgaben zum Bau von Motoren. Die so genannten Flex-Fuel-Motoren haben zwei Tanks, damit Autos entweder mit herkömmlichem Benzin oder mit Ethanol betankt werden können. Anfang 2003 verfügten nur rund drei Prozent der in Brasilien neu zugelassenen Autos über diese Technik. Im November 2005 waren es bereits rund 80 Prozent. Selbst dem Benzin werden per Gesetz 25 Prozent Ethanol beigemischt.

Die Automobilindustrie hat sich rasch auf die veränderten Bedingungen eingestellt. So will etwa VW ab 2007 in Brasilien ausschließlich Autos mit Flex-Fuel-Motoren produzieren. Neben dem speziell für den südamerikanischen Markt entworfenen Modell VW Golf bietet der Konzern nun auch den VW Golf in Brasilien mit zwei Tanks an. Das wachsende Interesse der großen Industrienationen an alternativen Treibstoffen sollte weiterhin für eine steigende Nachfrage nach Ethanol sorgen.

Luiz Ribeiro ist Fondsmanager des HSBC GIF Brazil Equity mit Sitz in Brasilien.

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