Bitcoin
Hackerwährung auf Höhenflug

Aus dem Untergrund an die Wall Street: Der Bitcoin, eine Hacker-Währung aus dem Internet, ist zuletzt rasant gestiegen – schon werden die ersten Profi-Investoren neugierig. Doch das virtuelle Geld ist nicht ungefährlich.
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Frankfurt am MainHackergeld auf der Überholspur: 300 Prozent Plus in drei Monaten – der Bitcoin ist gemessen am Kursanstieg die erfolgreichste Währung der Stunde. Die digitale Devise kommt aus den anonymen Tiefen der Cyberwelt und verheißt freies Geld ohne Kontrolle von Zentralbanken und Regierungen. Der Kurs kletterte zuletzt von einem Hoch zum nächsten. Seit Jahresbeginn ist der Bitcoin-Kurs von 13 Dollar auf fast 50 Dollar gestiegen. Die ersten Profi-Investoren steigen in großem Stil ein – der Weg von der Hacker-Szene an die Wall Street ist bereitet. Zugleich zeigte sich, wie unsicher die Hacker-Währung sein kann: Nach technischen Problemen stürzte der Kurs am Montag um fast ein Viertel ab, bis er sich kurz darauf wieder weitgehend erholte.

Der Bitcoin ist virtuell, aber er kann im Internet gegen Euro oder Dollar getauscht werden. Seit 2009 ist er im Umlauf und die Verbreitung als Zahlungsmittel nimmt zu. Selbst im Alltag ist die Digitalwährung angekommen, in Trendläden Berlins oder New Yorks passiert es immer häufiger, dass Kunden das Smartphone herausziehen, um mit Bitcoins zu bezahlen. Als Urheber des Konzepts gilt der Legende nach jemand namens Satoshi Nakamoto - eine Art Phantom, wer sich genau dahinter verbirgt, ist ein Mysterium. Nutzer können Bitcoins im Netz auf entsprechenden Plattformen wie beispielsweise „Mt.Gox“ mit „echtem“ Geld erstehen und auch gegen solches wieder verkaufen, oder sie gleich selbst am Computer herstellen.

Lange stand der Bitcoin im Ruf, vor allem für illegale Zwecke verwendet zu werden. Geheimdiensten und Zentralbanken ist das Hackergeld ein Dorn im Auge, da Transaktionen damit nicht zurückzuverfolgen sind. Experten warnen zudem vor Sicherheitslücken. Tatsächlich: Immer wieder werden Online-Börsen gehackt, erst in der vergangenen Woche sollen Bitcoins im Wert von mehr als 12.000 Dollar von dem Portal „Bitinstant“ geräumt worden sein. Doch allen Unkenrufen zum Trotz ist das virtuelle Alternativgeld auf dem Vormarsch.

Auch die Finanzwelt hat bereits reagiert: Der erste Hedgefonds, der von der Devise profitieren will, ist jüngst an den Start gegangen. Der „Bitcoin Fund“ des Anbieters Exante ist in Malta registriert. Wer 100 000 US-Dollar und ein Eintrittsgeld von zusätzlichen 0,5 Prozent auf den Tisch legt, kann einsteigen. Dem US-Finanzmagazin „Forbes“ zufolge hat der Fonds bereits 3,2 Millionen Dollar an Kundengeldern eingesammelt. Auch der Frankfurter Finanzdienstleister Phylax spekulierte bereits im vergangenen Jahr mit Bitcoins.

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Hype oder neuer Trend?

Kommentare zu " Bitcoin: Hackerwährung auf Höhenflug"

Alle Kommentare
  • Liebe Handelsblattleute!
    Warum diffamieren Sie den Bitcoin in der Schlagzeile als Hackerwährung?
    Sie fordern die Kommentatoren immer wieder zur Sachlichkeit auf.
    Machen Sie doch mal selbst einen Anfang und seien SIE sachlich!

    Der Bitcoin hat wahrscheinlich mehr Zukunft, als Euro und Dollar zusammen.

  • Wohin die Reise des Bitcoinkurses geht bleibt abzuwarten.
    Auf der deutschen Plattform https://www.bitcoin.de/r/sk64hv kann der aktuelle Kurs in Euro und Dollar eingesehen werden. Auch eine Registrierung und Handel ist hier möglich.

  • Ein sehr neutral geschriebener Artikel. Find ich gut, da man zu dem Thema sonst immer nur Artikel dafür oder dagegen findet.

  • alles noch in der "invent-phase", aber die "early-adaptor" springen auf.
    (...)
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Bitcoins - Tulpen für Techies

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet das Handelsblatt nicht den wesentlichen Grund erwähnt, aus dem Bitcoin beste Karten hat, sich im Elektronischen Handel seinen Platz zu erkämpfen:

    Niedrigere Kosten und Risiken für Händler. Denn erstens kostet eine Transaktion mit Bitcoin nur Beträge von Bruchteilen von einem Cent. Zweitens sind die schnell - Kleinbeträge können schon nach zehn Minuten als sicher angesehen werden, größere Beträge benötigen eine Stunde. Und drittens sind Zahlungen per Bitcoin nicht umkehrbar, weswegen die Risiken aus Chargebacks, eingefrorenen PayPal-Konten oder schlicht betrügerischen Käufen komplett entfallen.

    Das man diese Vorteile in real geringere Kosten und einen Wettbewerbsvorteil bei Preisen ummünzen kann, zeigen Beispiele wie bitcoinstore.com oder surplustraders.net . Die Kostenvorteile werden auch dafür sorgen, dass die Besitzer von Bitcoins nicht bloß langfristig auf ihren Guthaben sitzen bleiben, sondern diese auch nutzen - um so mehr, je leichter es wird, seine digitale Geldbörse wieder aufzuladen.

    Geringere Kosten sind also der Grund, warum sich derzeit namhafte Venture-Kapital-Geber bei Bitcoin-Startups die KLinke in die Hand geben-

  • Ich habe hier eine leicht verständliche, untechnische Einführung geschrieben:
    http://coinblog.de/archive/68
    und hier ein paar gute Gründe für Bitcoin:
    http://coinblog.de/warum-bitcoin

    vielleicht interessiert es ja den einen oder anderen

  • "Hinter den etablierten Papiergeldwährungen stehen Regierungen und Notenbanken."

    Das wären zumindest zwei Argumente die eindeutig für Bitcoin sprechen... :D

  • Pfff das Ding hat wahrscheinlich mehr realen Gegenwert als unsere Währung und...naja weniger Gegenwert als der Dollar ist ja fast nicht möglich. Diese Währung ist weder das PApier noch die Druckerschwärze wert.

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