Bitcoin-Plattform
Chef von Mt-Gox bleibt in Untersuchungshaft

Im Februar 2014 scheiterte die Bitcoin-Plattform Mt. Gox, Anfang August wurde der in Japan lebende französische Chef der Plattform, Mark Karpelès, festgenommen. Er soll Daten manipuliert und Kundengelder veruntreut haben.
  • 0

TokioDer Anfang August festgenommene Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform Mt. Gox, Mark Karpelès, bleibt in Japan weiter in Untersuchungshaft. Die japanische Polizei entschied am Freitag, ihn in Gewahrsam zu behalten. Ihm wird inzwischen nicht nur Datenmanipulation, sondern auch Veruntreuung von Geldern seiner Kunden in Höhe von 321 Millionen Yen (2,3 Millionen Euro) vorgeworfen. Berichten zufolge soll der Franzose ein Großteil der Summe für Software-Lizenzen ausgegeben haben – aber auch für ein Luxus-Bett im Wert von 43.000 Euro.

Der 30-Jährige war Anfang August festgenommen worden. Mit der Verlängerung der Untersuchungshaft haben die Ermittler nun noch 20 zusätzliche Tage Zeit, das Mysterium rund um das Scheitern von Mt. Gox zu klären, das tausende Anleger um ihr Geld brachte. Mt. Gox hatte im Februar 2014 den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später meldete die Handelsplattform Konkurs an.

Die Ermittler versuchen derzeit das Verschwinden von 850.000 Bitcoins im vergangenen Jahr mit einem Wert von damals 480 Millionen Dollar aufzuklären. Karpelès soll 2013 Daten auf der Handelsplattform verändert und so künstlich eine Million Dollar geschaffen haben. Nun steht er auch im Verdacht, 321 Millionen Yen veruntreut zu haben, wie ein Polizei-Vertreter der Nachrichtenagentur AFP bestätigte.

Karpelès weist die Vorwürfe Berichten zufolge zurück. Nach seinen Angaben ist Mt. Gox Opfer von Hackerangriffen geworden. Dem Franzosen drohen fünf Jahre Gefängnis. Karpelès lebt seit einigen Jahren in Japan und hatte im Jahr 2011 die Mehrheit an Mt. Gox gekauft.

Er wird häufig als Nerd beschrieben, der tagelang vor seinem Computer sitzen kann. Karpelès selbst hat sich schon als asozial bezeichnet. Er wurde bereits im Alter von 18 Jahren von einem Online-Spieleentwickler in Paris als Programmierer eingestellt. 2015 wurde er auf Betreiben seines Arbeitgebers wegen Piraterie – in Abwesenheit – zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Die virtuelle Währung Bitcoin war 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen wurde sie von einem unbekannten Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet - der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Bitcoin-Plattform: Chef von Mt-Gox bleibt in Untersuchungshaft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%