Bitcoin und Co.

Südkorea droht mit Krypto-Handelsverbot

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Die Goldrausch-Stimmung soll enden
Was die Zentralbanken zu Bitcoin und Co. sagen
USA: Datenschutz-Sorge
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Jerome Powell ist der zukünftige Chef der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed). Die Untersuchungen von Kryptowährungen durch sein Haus befinden sich noch im Anfangsstadium. Das liegt vor allem daran, dass die Fed selbst nicht hundertprozentig davon überzeugt ist, dass eine Notenbank eine eigene Währung als Antwort auf den Bitcoin herausgeben sollte. Powell, aktuell noch Direktoriumsmitglied und designierter Fed-Chef, sagte, es gebe bedeutsame Herausforderungen für eine Kryptowährung der Zentralbank. Dabei nannte er Datenschutzprobleme. Außerdem hält er auch funktionsfähige Alternativen des Privatsektors für eine mögliche, gute Antwort.

(Quelle: Bloomberg)

Eurozone: Erinnerung an Tulpenmanie
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Die Europäische Zentralbank hat wiederholt vor den Gefahren bei Investments in digitale Währungen gewarnt. Vizepräsident Vítor Constâncio sagte, Bitcoin sei keine Währung, sondern eine „Tulpe“. Damit spielte er auf die berühmte Spekulationsblase am Tulpenmarkt im 17. Jahrhundert in den Niederlanden an. EZB-Präsident Mario Draghi betonte, dass die Auswirkungen der digitalen Währungen auf die Wirtschaft des Euroraums begrenzt seien. Er sieht in ihnen keine Bedrohung für das Zentralbank-Monopol auf Geld.

China: Die Zeit ist reif
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In China sieht man das ganz anders. Die Zentralbank dort verdeutlicht, sie hätte die volle Kontrolle über Kryptowährungen. Bereits 2014 wurde innerhalb der People’s Bank of China ein Forschungsteam gegründet, um digitales Rechengeld zu entwickeln. Gegen private Anbieter digitaler Währungen hingegen hat sie hart durchgegriffen. Der Börsenhandel mit Bitcoin & Co. ist in China verboten.

Japan: Studienmodus
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In Japan studiert man die neuartigen Währungen lieber erst einmal. Bank of Japan-Gouverneur Haruhiko Kuroda sagte in einer Rede, dass die japanische Notenbank keine unmittelbaren Pläne zur Ausgabe digitaler Währungen habe. Es sei aber wichtig, das Wissen über sie zu vertiefen. „Die Ausgabe von einer Zentralbank-Digitalwährung an die breite Öffentlichkeit wäre so, als ob eine Zentralbank den Zugang zu ihren Konten auf jeden erweitert“, merkte Kuroda kritisch an.

Deutschland: „Spekulatives Spielzeug“
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Auch bei der Bundesbank ist man skeptisch. Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele betonte, dass es sich bei Bitcoin „mehr um ein Spekulationsobjekt, als um ein Zahlungsmittel“ handele. Eine Verlagerung von Einlagen zu Blockchain würde die Geschäftsmodelle der Banken stören und Implikationen auf die Geldpolitik haben, so Thiele. Gleichzeitig hat die Bundesbank den Einsatz der Technologie in Zahlungssystemen aktiv untersucht.

Großbritannien: Potenzielle Revolution
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Der Gouverneur der Bank of England (BoE), Mark Carney, hat Kryptowährungen als Teil einer potenziellen Revolution in der Finanzwelt bezeichnet. Die Zentralbank hat 2016 eine Starthilfe für junge Unternehmen in dem Bereich ins Leben gerufen. Carney sagte, dass die auf Blockchain basierende Technologie sehr vielversprechend sei. Er wies aber auch darauf hin, dass die BoE noch weit davon entfernt sei, eine digitale Version des Pound Sterling zu schaffen.

Frankreich: „Große Vorsicht“
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Der Gouverneur der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau riet zu großer Vorsicht im Handel mit Bitcoin. „Es gibt keine öffentliche Institution dahinter, die für Vertrauen sorgt. In der Geschichte haben alle Beispiele von Privatwährungen ein schlechtes Ende genommen“, betonte er. Bitcoin habe sogar eine dunkle Seite, die Datenangriffe. Er ergänzte: „Wer Bitcoin benutzt, tut dies auf eigenes Risiko.“

Südkorea wiederum schien bisher den Handel nur massiv eindämmen, aber nicht gänzlich verbieten zu wollen. Die Ausgabe neuer Währungen wurde verboten, Spekulationsgewinne der Besteuerung unterworfen. In der Folge drängte die Regierung die Börsen, sich stärker selbst zu regulieren. Auch der Handel über anonyme Konten sollte verboten werden. Diese stellen eigentlich ein wichtiges Merkmal des libertär geprägten Bitcoin-Netzwerks dar.

Immer wieder drohte das Justizministerium allerdings auch mit einem kompletten Handelsverbot. Denn die Regierung sorgt sich nicht ohne Grund vor finanziellen Folgen eines Crashs der virtuellen Währungen, vor Betrug, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und anderen unsauberen Finanztransaktionen.

2017 herrschte auf Ostasiens Krypto-Märkten eine Stimmung wie beim Goldrausch im Wilden Westen, inklusive aller Schattenseiten. Neben den Südkoreanern sind auch die Chinesen vom Währungsfieber infiziert. Viele Manager, Hausfrauen, alte und junge Privatanleger setzen mit Teilen ihres Ersparten auf Krypto-Kursgewinne. Zwei Millionen Währungszocker soll es im kleinen Südkorea geben, die laut Umfragen im Schnitt 5.000 Euro investiert haben.

Die Nachfrage ist zuletzt sogar so hoch gewesen, dass die Koreaner an ihren Börsen bis zu 30 Prozent mehr für die virtuellen Münzen zahlen mussten als die Anleger auf anderen Märkten. Schon diese sogenannte „Kimchi-Prämie“, benannt nach der berühmten koreanischen Essensbeilage aus scharf eingelegtem Weißkohl, stieß der Regierung übel auf. Noch schlimmer waren die zahlreichen Meldungen über Betrugsfälle, bei denen unbescholtene Anleger abgezockt wurden.

Ende 2018 hatte Südkorea einen Betrügerring ausgehoben, der – hinter der Fassade einer vermeintlichen Ether-Mine – über 200 Millionen US-Dollar eingesammelt hatte. Mehr als 10.000 Südkoreaner waren Opfer der Betrüger hinter „Mining Max“ geworden. Als wäre das nicht schon der schlechten Nachrichten genug, lockten darüber hinaus die schlecht geschützten südkoreanischen Börsen auch noch Nordkoreas Staatshacker an, die auf eine Art digitalen Devisendiebstahls spezialisiert sind. Nach einem zweiten Raubzug innerhalb eines Jahres ging im Dezember die Börse Youbit pleite.

Die bisher kaum regulierten Börsen haben daher auf den amtlichen Druck bereits reagiert und ihre Geschäftsbedingungen verschärft. Minderjährige und Ausländer können beispielsweise bei Bithumb keine Konten mehr eröffnen. Doch offenbar reicht die Selbstverpflichtung der Regierung noch nicht.

Den südkoreanischen Banken ist der Handel mit Bitcoin und Co. schon seit längerem verboten. Anfang der Woche kündigte die Regierung nun an, sechs Banken zu inspizieren. Besonders interessiert sind die Behörden an virtuellen Konten der Börsen bei Banken. Die Aufseher wollen damit nicht nur den Boom bremsen, sondern auch Geldwäsche unterbinden. Der Experte Oh Jeong Keun, Professor an der südkoreanischen Konkuk-Universität, warnte kürzlich in der„ Korea Times“, dass Südkorea die virtuellen Währungen noch stärker eingrenzen werde. Das genaue Ausmaß der Maßnahmen ist noch nicht absehbar.

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