Bitcoins : Auf den Spuren der Pleite von MtGox

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Auf den Spuren der Pleite von MtGox

650.000 Bitcoins sind am Börsenplatz MtGox verschwunden: Nun stempeln Japans Ermittler den ehemaligen Börsenchef Mark Karpelès als Alleinschuldigen ab. Er selbst beteuert bisher seine Unschuld. Doch wer hat recht?

TokioDarauf haben Fans der legendären virtuellen Währung Bitcoin schon lange gewartet. Endlich beginnen Japans Ermittler zu erzählen, wie es 2014 ihrer Ansicht nach zum Zusammenbruch der damals größten Bitcoin-Börse MtGox kommen konnte, bei dem 650.000 Bitcoins verschwanden. Der einstige MtGox-Chef Mark Karpelès nimmt in dieser Version die Rolle des alleinigen Schurken ein.

Seine Unschuld kann Karpelès seit Samstagabend nicht mehr in der Öffentlichkeit beteuern. Denn da hatte die Polizei den 30-jährigen Franzosen verhaftet und am Sonntag der Staatsanwaltschaft übergeben. Die wird ihn nun weitgehend abgeschirmt von der Umwelt noch 19 Tage verhören können, bevor Anklage erhoben werden muss. In bewährter Manier legen die Ermittler scheibchenweise ihre Sicht dar. 

Demnach soll der einstige Held der Bitcoin-Welt bereits seit Übernahme der Börse im Jahr 2011 durch Manipulation deren Rechnersysteme eigene Konten gefüllt und Bitcoins anderer Kunden abgezweigt haben. Die Polizei will Kontomanipulationen in wenigstens 30 Fällen festgestellt haben.

Die Zeitung Yomiuri vermutet, Karpelès habe Handelsgewinne einstreichen und die Erträge zur Finanzierung von Verlusten der Muttergesellschaft von MtGox, der Programmierstube Tibanne, nutzen wollen. Bereits Mitte 2013 soll auch MtGox durch Spekulationsverluste in finanzielle Schieflage gekommen sein. 

Die Börse selbst meldete erst im Februar 2014 Bankrott an, nachdem laut Karpelès Hacker 850.000 Bitcoins entwendet haben sollen. Diese Summe entsprach damals immerhin 370 Millionen US-Dollar. 200 000 Bitcoins fanden sich später in einem ungenutzten Konto von MtGox.

Noch ist dies allerdings offiziell nicht mehr als ein Verdacht, und zudem einer, den Karpelès noch kurz vor seiner Verhaftung in einer E-Mail an das Wall Street Journal zurückgewiesen hat. Geht es nach Karpelès, haben die korrupten US-Bundesagenten Shaun Bridges and Carl Mark Force MtGox gehackt, um belastende Spuren zur Online-Handelsplattform Silk Road zu verwischen, die als Drogenumschlagplatz berühmt geworden war. 

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