Bitcoins

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

Eine Einheit der Onlinewährung Bitcoin kostet mehr als die Feinunze Gold. Als Ersatz für echtes Gold taugen die virtuellen Münzen trotzdem nicht. Oder würden Sie einen Ehering aus Bitcoins tragen?
Update: 04.03.2017 - 10:25 Uhr Kommentieren
Löst die virtuelle Währung Gold als sicheren Hafen ab? Quelle: dpa
Bitcoin-Münzen

Löst die virtuelle Währung Gold als sicheren Hafen ab?

(Foto: dpa)

FrankfurtGlücklich kann sich schätzen, wer Bitcoins besitzt: Eine Einheit der virtuellen Währung kostete am Freitagnachmittag rund 1.230 Euro und damit sogar mehr als die Feinunze Gold. Bitcoin-Evangelisten sehen darin einen Beleg dafür, dass die virtuelle Währung das Edelmetall als sicheren Hafen ablöst. Aber sie liegen falsch. Bitcoins sind kein Gold wert, und als Krisenversicherung sind sie erst recht nicht geeignet.

Dabei gibt es durchaus Parallelen zwischen beiden Anlagen. Und die sind nicht zufällig, denn der mysteriöse Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto orientierte sich am Gold, als er sein Konzept entwarf. So wie Gold mühsam abgebaut wird, müssen so genannte Bitcoin-Miner die virtuellen Münzen mit viel Rechenaufwand schürfen. Ein Algorithmus sorgt dafür, dass das Schürfen mit steigender Bitcoin-Menge immer schwieriger wird. So wie auch die Goldvorräte eines Tages erschöpft sein dürften, ist auch die Bitcoin-Menge endlich. Die Bitcoins lassen sich wie Goldmünzen an Börsen tauschen, als Zahlungsmittel nutzen und leicht transportieren. Aber da enden die Gemeinsamkeiten auch schon.

Anders als Gold besitzen Bitcoins keinen reellen Verwendungszweck. Gold dient als Industriemetall – und natürlich als begehrtes Statussymbol. Oder würden Sie sich zur Hochzeit einen Ehering aus Bitcoins wünschen? Und auch mit dem Charakter als Krisenversicherung ist das so eine Sache: Goldmünzen ließen sich wohl selbst nach der Zombie-Apokalypse gegen Nahrung eintauschen. Bitcoins brauchen Computer und das Internet.
Als sicherer Hafen sind die virtuellen Münzen aber auch deshalb ungeeignet, weil ihr Wert noch mehr schwankt als der Goldkurs. Allein im vergangenen Jahr legten Bitcoins um rund 130 Prozent zu – doch so schnell, wie der Fahrstuhl nach oben rauscht, kann er auch wieder abstürzen. Solche Crashs gab es in der jungen Geschichte des Bitcoins mehr als genug. Getrieben wird der Bitcoin-Kurs derzeit wohl vor allem deshalb, weil demnächst der erste Indexfonds für die virtuelle Währung genehmigt werden könnte. Die Logik: Mit einem solchen Produkt könnten Anleger noch leichter in Bitcoins investieren – und so den Kurs weiter antreiben. Doch wenn die Börsenaufsicht SEC den Bitcoin-ETF kassiert, könnte der Kurs binnen kürzester Zeit wieder fallen.

Ungeheuerliche Prognosen für das Börsenjahr
Chinas Wirtschaft boomt
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Anfang 2016 rissen Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum die Börsen in die Tiefe. Dieses Jahr könnte eine positive Überraschung dafür sorgen, dass chinesische Aktien gefragt sind und der Shanghai Composite Index um 50 Prozent steigen wird – und die globalen Märkte beflügeln. Jakobsens ungeheuerliche Prognose: Mit acht Prozent Wachstum überflügelt Chinas BIP alle Vorhersagen.

Die Fed friert die Renditen von Staatsanleihen ein
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Ungeheuerlich, aber nicht unmöglich: Die „Testosteron getriebene Fiskalpolitik“ des neuen US-Präsidenten Donald Trump – sprich mächtige Infrastrukturinvestitionen nebst massiver Neuverschuldung, lässt die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf drei Prozent steigen. Das löst Panik am Markt aus und die US-Notenbank sieht sich zu einer ungewöhnlichen Reaktion gezwungen: Sie kopiert eine Maßnahme der Bank of Japan und fixiert die Renditen bei 1,5 Prozent. Das stoppt den Ausverkauf an den Anleihe- und Aktienmärkten.

Die Ausfallraten von Schrottanleihen steigen massiv
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Hochzins- oder High-Yield-Anleihen, oft wegen ihres schwachen Ratings auch als Schrottanleihen bezeichnet, sind nichts für schwache Nerven. Die vergleichsweise hohen Zinskupons erkaufen Investoren sich mit einem erhöhten Risiko. Und das könnte 2017 noch weiter steigen. Die Prognose der Saxo Bank: Eine Ausfallrate von mindestens 25 Prozent. Doch warum? Jakobson erwartet, dass die Politik des billigen Geldes der Notenbanken immer weniger wirkt und viele Staaten deshalb zum Ankurbeln ihrer Wirtschaft höhere Schulden aufnehmen. Damit steigen die Renditen und Unternehmen können ihre Schulden schlechter oder eben gar nicht mehr bedienen.

„Bremain“ statt „Brexit“
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Für eine große Überraschung könnten mal wieder die Briten sorgen. Schockierten sie Europa im Juni 2016 mit dem „Ja“ zum Austritt aus der Europäischen Union, könnte nun aus dem „Brexit“ ein „Bremain“ werden.  Denn laut Saxo-Bank ist ein Brexit alles andere als sicher, er könnte ausfallen.

Kupfer bricht ein
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Die Pläne von Donald Trump, kräftig in die Infrastruktur zu investieren, ließen vor allem einen Rohstoff kräftig steigen: Kupfer. Doch was geschieht mit dem Kupferpreis, wenn die Erwartungen der Anleger zu hoch sind? Das nämlich prophezeit die Saxo Bank. Um 50 Prozent könnte der Preis für das Metall demnach einbrechen und damit zu heftigen Verwerfungen an den Rohstoffmärkten führen.

Große Gewinne für den Bitcoin und andere Krypto-Währungen
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Zum Jahresbeginn ist die digitale Währung Bitcoin über die Marke von 1000 Dollar gestiegen. Und das könnte erst der Anfang sein. Steen Jakobsen schließt einen waren Run auf das Onlinegeld nicht aus. Und auch andere Krypto-Währungen könnten dem Bitcoin folgen. Die Saxo Bank sagt voraus, dass sich der Bitcoin-Kurs auf mehr als 2100 US-Dollar mehr als verdoppelt.

Gesundheitsaktien vor dem Absturz
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Zu den Profiteuren der Wahl Donald Trumps zum nächsten US-Präsidenten profitierten auch Gesundheitsaktien. Sie legen kräftig zu. Doch für 2017 erwartet die Saxo Bank einen kräftigen Absturz der Branche, Investoren werden realisieren, dass Trump nicht halten können wird, was er versprach. Der Branchenindex Health Care XLV ETF könnte um 50 Prozent einbrechen, so die Saxo Bank, und damit den spektakulärsten Bullenmarkt für US-Aktien seit Ausbruch der Finanzkrise beenden.

Die hohe Volatilität erklärt sich wohl auch über den engen Markt. Denn obwohl die Akzeptanz der virtuellen Münzen steigt, bleiben sie bis auf weiteres zum Nischendasein verdammt: Alle Bitcoins zusammengerechnet sind gerademal 20 Milliarden US-Dollar wert. Zum Vergleich: Allein im vergangenen Jahr wurden rund 3.000 Tonnen neues Gold geschürft – da entspricht einem Gegenwert von rund 120 Milliarden US-Dollar. „Wir sind auf Augenhöhe!“, rufen die Bitcoin-Fans, und stehen dabei auf dem Feldberg, während die Goldfans auf dem Mount Everest müde lächeln.

Zum Ausprobieren oder als Beimischung für das Portfolio eignen sich die virtuellen Münzen allemal, als Ersatz für Gold noch lange nicht: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

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