Bitcoins
Virtuelle Währung, reale Probleme

US-Aufseher warnen vor Problemen mit Bitcoins. Technische Pannen, möglicher Betrug und die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit sind die Kernpunkte ihrer Analyse der alternativen Währung.

Stößt die Technik hinter den Bitcoins jetzt schon an ihre Grenzen? Ein Bericht der US-Finanzaufseher weist auf Probleme in dem Bereich hin. „Verzögerungen bei der Bestätigung von Handelsvorgängen haben dramatisch zugenommen“, heißt es im Jahresbericht des Komitees zur Kontrolle der Finanzstabilität (FSOC), in dem alle großen Aufsichtsbehörden unter dem Schirm des US-Finanzministers zusammengeschlossen sind.

Einige Male seien Vorgänge auch fehlgeschlagen. Als Grund geben die Aufseher an, die Geschwindigkeit, mit der Bitcoin-Transaktionen eingegeben würden, sei mitunter höher als die Fähigkeit des Systems, sie zu verarbeiten und die so genannte Blockchain, die dezentrale Buchhaltung des Systems, fortzuschreiben. Seit langem gibt es auch innerhalb der Bitcoin-Fan-Gemeinde Diskussionen darüber, ob das System so wie bisher weiterlaufen kann oder in irgendeiner Form erweitert werden muss.

Eine andere Warnung der FSOC fällt sehr allgemein aus. „Einige Systeme könnten anfällig für Betrug durch die Zusammenarbeit eines erheblichen Anteils der Teilnehmer sein“, heißt es. Eigentlich, so konzediert auch der Bericht, gilt die Technik der Bitcoins als betrugssicher. Sie ist so angelegt, dass Betrüger ein Übergewicht an Computer-Kapazität über die Kapazität der ehrlichen Teilnehmer organisieren müssten, um die Blockchain verfälschen zu können.

Weil bei dem sogenannten Bitcoin-Mining, das die Blockchain kontrolliert, weltweit extrem hohe Kapazitäten zum Einsatz kommen, ist es unwahrscheinlich, dass derart eine Attacke zustande kommt. Es gibt aber offenbar in der Finanzbranche zumindest diffuse Ängste, dass ein derartiger Angriff aus China heraus möglich wäre, weil dort die meisten Mining-Computer stehen.

Neben der offenen, offiziellen Blockchain gibt es private Netze, die auf anderen Wegen als mit dem „Mining“ die dezentrale Buchhaltung gegen Fälschungen sichern. Der Knackpunkt dabei ist immer die Frage, wie ein Konsens unter allen Beteiligten hergestellt und abgesichert werden kann.

Denn anders als bei traditionellen Zahlungs- und Handelssystemen gibt es bei der Blockchain keine zentrale Instanz, die für die korrekte Abwicklung verantwortlich ist – das ist ja der Clou der neuen Technik. Bei diesen privaten Blockchains mit einer abgeschlossenen, überschaubaren Anzahl vom Mitgliedern entscheidet daher letztlich deren Vertrauenswürdigkeit über die Sicherheit des Systems.

Unabhängig davon können Bitoins auch gestohlen werden oder verloren gehen. Denn die Besitzer verfügen über sie mit Sicherheits-Codes, die elektronisch, auf der Festplatte, bei speziellen Anbietern, aber zum Beispiel auch auf Papier abgespeichert werden können. Wer immer dieser Codes in Erfahrung bringt, besitzt die Bitcoins, und wenn die Codes verloren gehen, ist das virtuelle Geld verschwunden.

Das FSOC ist trotz der Warnungen der neuen Technik gegenüber durchaus aufgeschlossen. Es verweist aber darauf, dass die Aufseher sich darauf einstellen und international zusammenarbeiten müssen. Es gibt auch Aufseher, die sehr starke Vorteile der Blockchain für ihre eigene Aufgabe sehen.

Christopher Giancarlo etwa, Kommissar bei der US-Derivate-Aufsicht (CFTC), betont, dass sie bei einer Pleite wie der von Lehman Brothers 2008 die anschließenden Aufräumarbeiten erheblich erleichtert hätte, weil sie jeden Geschäftsvorfall nachvollziehbar macht.

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