BIZ-Jahresbericht
Devisenreserven haben sich 2006 weltweit verdoppelt

Die Währungsbehörden rund um den Globus häufen immer mehr Devisenreserven an. Mit rund 850 Mrd. Dollar waren diese Ende 2006 doppelt so hoch wie vor Jahresfrist, wie aus dem Jahresbericht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervorgeht.

mak FRANKFURT. Die starke Anhäufung von Reserven spiegele überwiegend Devisenmarktinterventionen wider, nachdem starke Zuflüsse an den inländischen Kapitalmärkten zu einem Aufwertungsdruck auf die Währungen geführt hätten.

Erhebliche Währungsreserven hat im vergangenen Jahr China aufgehäuft, obwohl das Wechselkursregime seit 2005 flexibler ist. Der Bestand erhöht sich um 38,6 Mrd. auf 247,5 Mrd. Dollar. Einen enormen Anstieg verbuchte mit einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr um 64,7 Mrd. auf 119,6 Mrd. Dollar auch Russland. Brasilien und Indien steigerten ihre Währungsreserven ebenfalls kräftig - Brasilien von 0,8 Mrd. Dollar Ende 2005 auf 32 Mrd. Dollar Ende 2006, Indien von 5,9 auf 39,2 Mrd. Dollar im gleichen Zeitraum.

Für manche Länder Asiens hätten die Devisenmarktinterventionen allerdings nicht ausgereicht, um den Aufwärtsdruck auf ihre Währungen auszugleichen, schreibt die BIZ. Das gelte etwa für Korea, Thailand, die Philippinen und Singapur. Einige Länder - China, Indien, Korea, Malaysia und die Philippinen - hätten zusätzlich auch den Abfluss von Kapital erleichtert. China etwa hob die Obergrenze für Devisenkäufe von Unternehmen und Privaten an; zudem erlaubt Peking jetzt Investitionen von Banken und Versicherungen in festverzinsliche Auslandsaktiva. Die Bank von Thailand verschärfte dagegen die Kontrolle der Kapitalzuflüsse, nachdem sie mehrere andere Versuche unternommen hatte, die Aufwertung des Baht zu bremsen.

Die einzig nennenswerten neuen Trends in der Zusammensetzung der Reserven sind der BIZ zufolge der höhere Anteil in Pfund Sterling und der rückläufige Anteil des Yen. Keine Anhaltspunkte sehen die Baseler Experten für eine Umschichtung zugunsten des Euros und zulasten des Dollars, die 2006 immer wieder gemeldet wurde. Vielmehr seien die Anteile der in Dollar und in Euro denominierten Währungsreserven mit zwei Dritteln (Dollar) und einem Viertel der Gesamtreserven weitgehend stabil geblieben. Allerdings gliederten nicht alle Länder ihre Reserven nach Währungen auf.

Neben den offiziellen Währungsreserven seien die von staatlichen Vermögensfonds verwalteten Bestände erheblich gewachsen, schreibt die BIZ. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, insbesondere nach der Ankündigung Chinas, einen gesonderten anlageorientierten Fonds zu schaffen.

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