Blockchain-Experte Adam Ludwin
„China könnte die Blockchain in die Knie zwingen“

Der Chef und Gründer der Firma Chain.com, Adam Ludwin, erklärt im Interview mit Handelsblatt, warum er im Geschäft mit Banken auf geschlossene Systeme statt auf die Bitcoin-Technik setzt.

New YorkAdam Ludwin hat bei potenziellen Kunden wie Nasdaq, Fidelity, Citigroup und Visa Geld für Investitionen eingesammelt und mit ihnen zusammen die Technik, auf der Bitcoins beruhen, weiter entwickelt und an die Bedürfnisse der Finanzbranche angepasst.

Herr Ludwin, Sie haben zusammen mit Investoren und potenziellen Kunden aus der Finanzbranche ein neues Blockchain-Konzept für Wertpapiergeschäfte entwickelt. Warum nutzen Sie nicht die Bitcoin-Technik - die einzige Technik, die schon erprobt ist?

Die Kapazität der Vorfälle, die über die Bitcoin-Blockchain abgewickelt werden können, ist begrenzt. Das würde für wirklich große Fallzahlen nicht ausreichen. Außerdem gibt es Sicherheitsbedenken.

Welcher Art? Die Bitcoin-Technik gilt doch als sicher gegen Hacker-Angriffe.
Wenn ein mächtiger Staat, etwa China, sich einschalten würde, könnte damit das Bitcoin-System in die Knie gezwungen werden.

Auf welche Sicherheit setzen denn Sie und ihre Kunden?

Im Wesentlichen auf die bisherige Technik der Finanzbranche.

Ihre Blockchain ist also nicht offen, sondern wer mitspielen will, braucht eine Erlaubnis. Wer erteilt denn die Erlaubnis?
Das ist unseren Kunden überlassen, wem Sie ihr jeweiliges Netz öffnen.
Es gibt dann eine Vielzahl von Blockchains nebeneinander. Wie sollen dann etwa Banken mit einander ins Geschäft kommen, die jeweils unterschiedliche Systeme haben?

Technisch ist es kein großes Problem, die Systeme zu verbinden. Die Frage ist eher, welche geschäftliche Strategie man verfolgt.

Wie viele solcher Blockchains wird es denn später nebeneinander geben?
Im Wettbewerb werden viele scheitern. Ich glaube aber, es werden mehr als zwei oder drei nebeneinander existieren.

Wie viele Unternehmen sind Ihre direkten Konkurrenten?
Eine Handvoll machen etwas ähnliches wie wir, aber keines hat denselben Ansatz.
Wie vergleichen Sie sich zum Beispiel mit der Firma Digital Asset Holdings in New York, die von der bekannten Bank-Managerin Blythe Masters geleitet wird?
Das ist eine Wall-Street-Firma, die das Bankgeschäft kennt und technische Lösungen sucht. Wir sind eine Silicon-Valley-Firma, die die Technik in Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt.

Wann kommt denn die Technik endlich zum Einsatz?
Wir haben für die Nasdaq schon eine Blockchain-Lösung entwickelt, über die sie ein kleines Segment ihres Handels abwickelt. Ich rechne in diesem Jahr mit zwei bis drei weiteren, größeren Beispielen.

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