Bodenbildung
Trendwende beim Ölpreis lässt auf sich warten

Noch zu Beginn des Jahres 2005 kostete Rohöl um 40 Dollar pro Barrel. Danach folgte ein fulminanter Anstieg bis fast auf das Doppelte. Nach diesem Höhenflug besteht aktuell die Chance auf eine Bodenbildung im Bereich um 60 Dollar. Die Notierung trifft nämlich auf eine massive Unterstützungszone zwischen 57,50 Dollar und 56 Dollar.

DÜSSELDORF. Die Technischen Indikatoren zeigen indes noch keine Trendwende. Die Trendfolgeindikatoren deuten weiterhin auf einen Abwärtstrend hin. Und auch verschiedene Oszillatoren, diese definieren überkaufte und überverkaufte Bereiche und weisen früh auf eine Top- oder Bodenbildung hin, geben noch kein eindeutiges Signal auf eine untere Umkehr.

Die möglichen Szenarien der weiteren Kursentwicklung stellen sich nun wie folgt dar: Sollte sich der begonnene Aufwärtsimpuls fortsetzen, so trifft die Notierung zunächst im Bereich um 61 Dollar auf eine Widerstandslinie, danach im Bereich um 67 Dollar auf eine weitere, massivere.

Diese wird kaum im ersten Anlauf zu knacken sein. Daher sollte die Ölnotierung für einige Wochen um diese Zone pendelt. Erfolgt schließlich doch der Durchbruch, so wird der weitere Anstieg nur noch vom bisherigen Hoch um 78 Dollar gebremst. Aus charttechnischer Sicht gibt es danach keine weiteren sinnvollen Widerstandsmarken.

Der Anstieg über die 67 Dollar-Marke ist also als klares, trendfolgendes Kaufsignal zu werten. Bricht der Ölpreis allerdings unter die untere Begrenzungslinie der Unterstützungszone bei etwa 56 Dollar, so kann man anhand des typischen ausgeprägten Swingverlaufs weitere Haltepunkte definieren, an denen der Abwärtstrend einen Drehpunkt finden könnte.

Die nächste Markierung ist dabei zunächst der Tiefpunkt der Korrekturbewegung vom Dezember 2005 im Bereich um 53,50 Dollar. Handelt es sich bei einem möglichen Durchbruch durch die Unterstützungszone bei 56 Dollar nämlich nur um eine Bärenfalle, so schlägt spätestens hier die Stunde der Wahrheit - und der Kurs bekommt die Chance auf eine Trendwende. Fällt die Ölnotierung aber auch unter diese Marke, ist der Weg frei für einen Fall in den Bereich um 47 Dollar.

Gregor Bauer arbeitet als selbständiger Portfolio Manager für Privatkunden und ist Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands.

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