Devisen + Rohstoffe
'Börsen-Zeitung': USA wollen erst bei Eurokurs von 1,45 Dollar intervenieren

Die US-Regierung ist einem Zeitungsbericht zufolge offenbar bereit, einen weiteren deutlichen Kursverfall der eigenen Währung in Kauf zu nehmen.

dpa-afx FRANKFURT. Die US-Regierung ist einem Zeitungsbericht zufolge offenbar bereit, einen weiteren deutlichen Kursverfall der eigenen Währung in Kauf zu nehmen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des US-Finanzministeriums, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe), man werde frühestens dann an Stützungskäufe denken, wenn der Euro "die Marke von 1,45 Dollar überschritten hat".

US-Finanzminister John Snow habe die langfristigen Gefahren der Defizite im Haushalt und Außenhandel der USA für die Konjunktur erkannt, schreibt das Blatt. Er akzeptiere, dass Wechselkurskorrekturen zu den "effektivsten Instrumenten" zählten, wenigstens das Leistungsbilanzdefizit langsam abzubauen. In den USA ist es Sache des Finanzministeriums, über mögliche Interventionen an den Devisenmärkten zu entscheiden. Die Notenbank nimmt von Äußerungen zu den Wechselkursen grundsätzlich Abstand.

Auch wenn Snow und andere Regierungsvertreter zumindest in der Öffentlichkeit an der seit über zehn Jahren geltenden Doktrin des "starken Dollar" festhalten, hat sich diesen Aussagen zufolge hinter den Kulissen ein grundlegender Gesinnungswandel vollzogen, heißt es in dem Bericht der "Börsen-Zeitung". Wie der Treasury-Mitarbeiter weiter erklärte, wolle sich das Finanzressort in Washington von dem Säbelgerassel aus dem Ausland und den Aufrufen zur Dollarunterstützung keineswegs einschüchtern lassen.

Die Äußerungen des japanischen Finanzministers Watanabe, der gemeinsame Interventionen der japanischen Notenbank und der Europäischen Zentralbank in Aussicht gestellt hatte, sofern Washington nicht irgendeine Bereitschaft signalisiere, die Talfahrt des Dollar aufzuhalten, stößt bei Snow offenbar auf taube Ohren. "Die Drohgebärden werden an unserer Politik nichts ändern", zitiert die Börsen-Zeitung seinen Untergebenen. "Sie sind aber auch nicht dazu geeignet, das Gesprächsklima zwischen Washington und Tokio zu verbessern."

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