Börsianer: Anschlag nicht überbewerten
Anschlag in Bagdad beflügelt Euro

Nachdem die irakische Hauptstadt Bagdad am Donnerstag erneut von einem schweren Selbstmordanschlag erschüttert wurde, konnte der Euro gegenüber dem Dollar deutlich an Wert gewinnen.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung notierte am Mittag bei 1,2020 Dollar nach 1,2006 Dollar zum Handelsschluss in New York. „Die Nachricht von der Bombe in Bagdad mag ein Katalysator sein und hat den Euro gegenüber dem Dollar nach oben getrieben“, sagte Ian Gunner, Leiter der Devisenanalyse bei Mellon Financial. Devisenspezialisten in Frankfurt äußerten sich ähnlich. Bei einem Selbstmordanschlag vor einem Rekrutierungsbüro der irakischen Armee wurden am Morgen mindestens 35 Menschen getötet, 119 wurden verletzt. Anschläge im unter anderen von US-Truppen besetzten Irak schwächen dort die Sicherheitslage und könnten die USA zwingen, länger und mit mehr Truppen in dem Land zu verbleiben. Dies würde die Finanzlage der US-Regierung weiter belasten.

Börsianer warnten aber davor, den Anschlag überzubewerten. „Die Aktien haben kaum reagiert und der Ölpreis ist auch nicht so stark gestiegen. Die Auswirkungen sind zunächst begrenzt“, sagte ein Frankfurter Devisenanalyst. Experten erwarten für den Euro eine Tageshandelsspanne zwischen 1,1902 Dollar und 1,21 Dollar. Der Ölpreis zog an der Londoner Terminbörse leicht an. Ein Barrel (Fass zu 159 Litern) der Nordseemarke Brent kostete am Mittag mit 35,58 Dollar 38 US-Cent mehr als am Vortag. Der Deutsche Aktienindex (Dax) legte 0,2 Prozent auf 4 011 Punkte zu.

Franken nach überraschender SNB-Entscheidung fester

Die überraschende Zinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag dem Schweizer Franken gegenüber Dollar und Euro Auftrieb verliehen. Der Euro fiel auf 1,5134 von 1,5195 Franken und der Dollar auf 1,2587 von 1,2612 Franken.

Die SNB erhöhte am Morgen das Zielband für den Dreimonats-Libor mit sofortiger Wirkung auf 0,0 bis 1,0 Prozent von bisher 0,0 bis 0,75 Prozent. Sie strebt dabei bis auf weiteres die Mitte des Bandes um 0,5 Prozent an. Bisher betrug die Zielmarke 0,25 Prozent. Das Zinszielband weise nach diesem Schritt wieder eine Breite von 100 Basispunkten auf, so die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung zur Jahresmitte.

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