Bonds und Devisen
Spanien-Anleihen steigen, Euro fällt

Die Schuldenkrise ist noch nicht überstanden: Diese Ansicht macht sich unter den Devisenhändlern offensichtlich breit - und der Euro fällt im Vergleich zum Dollar auf ein Drei-Wochen-Tief.
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FrankfurtDie Angst vor einer Eskalation der Euro-Krise ist zurück: Die Gemeinschaftswährung geriet am Donnerstag auf breiter Front unter Druck, nachdem die Renditen zehnjähriger spanischer und italienischer Bonds wieder deutlich in die Höhe geklettert waren. „Den Anlegern wird langsam klar, dass die Euro-Peripherie auch weiterhin unter enormen Druck steht“, sagte Jeremy Stretch, Währungsstratege bei CIBC. Die Zeit rückläufiger Renditen, die durch die Mega-Geldspritze der EZB ausgelöst worden sei, sei offenbar zu Ende, fügte ein Händler hinzu.

Die Billig-Kredite der Zentralbank für die europäischen Banken hatten seit Jahresbeginn für eine deutliche Entspannung an den Märkten gesorgt. Am Donnerstag fiel der Euro gegenüber dem Dollar auf ein Drei-Wochentief von 1,3055 Dollar. Gegenüber dem Yen notierte er mit 106,86 Yen auf dem tiefsten Stand seit Anfang März. Die Aussicht auf eine vorläufig stabile US-Geldpolitik habe die Gemeinschaftswährung ohnehin schon belastet, sagte ein Händler.

Die Sorgen um eine Runde in der Euro-Krise hätten nun ihr Übriges getan. Auch gegenüber dem Franken ist die Gemeinschaftswährung erstmals seit Festlegung der Kursuntergrenze im vergangenen September kurzfristig unter die 1,20 Franken gefallen. Ein Sprecher der Schweizer Notenbank (SNB) erklärte, die Zentralbank sei weiterhin bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um Kursuntergrenzen zu verteidigen. Die SNB hatte die Einführung des Euro-Franken-Mindestkurs im vergangenen Jahr mit der Deflations- und Rezessionsgefahr durch den überbewerteten Franken begründet.

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  • Wir sollten mehr im Süden einkaufen, reale Werte dort einlösen.
    Das wahre Geld ist die Ware!
    Was nützt uns bedrucktes Papier, die südlichen Länder sind viel schlitzohriger als wir, kaufen seit Jahren mit frisch gedruckten Geld bei uns ein.
    Wir sollten anfangen den Spiess umzudrehen!

  • Zitat "der Euro fällt im Vergleich zum Dollar"
    Der Euro ist immer noch überbewertet, diese Panikmache ist pervers.
    Wenn die Löhne in Deutschland steigen und der Euro fällt ist das beste was uns passieren kann.
    Dadurch verringert sich der deutsche Leistungsbilanzüberschuss weil in Deutschland mehr konsumiert, ergo, mehr importiert wird.
    Somit können die überschuldete Länder ihre Schulden abbauen.
    Wo steht denn geschrieben dass Deutschland mehr exportieren muss als es importiert?
    Wem nutzt denn das wenn dann doch nicht bezahlt wird, und womit auch wenn wir von den anderen nicht kaufen aber denen möglichst viel verkaufen wollen?
    Damit sich der Herr Zumwinkel eine Burg in Nord-Italien kaufen kann wo er seine zwei Jährige Bewährungsstrafe genießen kann?

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