Boom-Hoffnungen
Wen Jiabao beflügelt Rohstoffmärkte

Gute Daten aus China und optimistische Prognosen von Ministerpräsident Wen Jiabao haben den Anlegern am Rohstoffmarkt Mut gemacht. Die Erwartung einer weiter hohen Nachfrage aus Fernost ließ die Preise für Industriemetalle und Öl zu Wochenbeginn deutlich steigen. Aber auch der Goldpreis hält sich weiter gut.
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HB FRANKFURT. Die Aussicht auf einen anhaltenden Rohstoffhunger im Boomland China hat am Montag die Preise für Industriemetalle und Öl in die Höhe getrieben. Die Volksrepublik, weltweite Nummer Eins beim Kupferverbrauch und hinter den USA zweitgrößter Ölkonsument, präsentierte am Wochenende unerwartet robuste Wirtschaftsdaten.

So hatte das Land im August seine Industrieproduktion um 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert, die im Umlauf befindliche Geldmenge vergrößert und seit Jahresbeginn hohe Investitionen in den Städten verzeichnet. Zugleich sank die chinesische Produktion von Kupfer und Aluminium im August, was den Preisen Analysten zufolge weiteren Auftrieb geben dürfte.

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao äußerte sich am Montag zuversichtlich, dass sich das starke Wachstum fortsetzen wird. Zugleich bekräftigte er, dass die Regierung alles tun müsse, um den Häusermarkt zu stabilisieren. Die Analysten der Commerzbank erwarten weitere restriktive Maßnahmen der Regierung in Peking, um eine Überhitzung der Konjunktur zu verhindern. Derzeit sprächen die Wirtschaftsaussichten und die größere Risikobereitschaft aber für höhere Preise bei Industriemetallen.

Kupfer verteuerte sich um 2,2 Prozent auf 7647 Dollar je Tonne. Der Zinkpreis stieg um 2,5 Prozent auf 2172 Dollar pro Tonne. Auch Nickel und Blei verteuerten sich um 2,6 beziehungsweise 2,5 Prozent.

Dass nicht alle Anleger ein höheres Risiko am Rohstoffmarkt eingehen wollten, war am Goldpreis ablesbar, der mit 1243,70 Dollar je Feinunze nur wenig gegenüber dem Freitagskurs nachgab. Einige Investoren trennten sich von dem als sichere Anlage bewerteten Edelmetall, nachdem die Beschlüsse des Baseler Ausschusses zur Bankenregulierung weniger strikt ausfielen aus zuvor befürchtet.

Der Preis für die Öl-Sorte WTI zog um 0,9 Prozent auf 77,10 Dollar auf den höchsten Stand seit einem Monat an. Neben den Daten aus China verteuerte sich der Rohstoff auch wegen der Unterbrechung einer wichtigen Pipeline zwischen Kanada und den USA. Durch die seit Donnerstag wegen eines Lecks geschlossene Leitung 6A des Betreibers Enbridge fließen täglich 670.000 Tonnen Öl. Durch die Pipeline wird neben US-Raffinerien im Mittleren Westen die wichtigste Verteilerstation der USA in Cushing, Oklahoma versorgt. Wann die Leitung wieder freigegeben wird, ist nicht bekannt.

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