Brasilien-Krise
Real verliert dramatisch an Boden

Der Absturz ist heftig: Gab es Mitte Juli 3,45 Real für einen Euro, sind es heute zweitweise 4,23 Real – ein Rekordwert. Viele Brasilianer leiden unter steigenden Preisen. Touristen freuen sich über günstige Urlaube.

Rio de JaneiroDie tiefe wirtschaftliche Krise und hohe Inflation lassen den brasilianischen Real immer weiter abstürzen. Seit Tagen erreicht der US-Dollar die höchsten Stände seit Einführung des Real im Jahr 1994. Nachdem Dienstag die magische Grenze von vier US-Dollar für einen Real übersprungen wurde, kletterte der Wechselkurs am Donnerstag trotz milliardenschwerer Eingriffe der Zentralbank zeitweise auf 4,23 Real – ein Allzeithoch. Für einen Euro gibt es nun in Brasilien rund 4,60 Real, in Wechselstuben sogar bis zu fünf Real – Mitte Juli waren es erst 3,45 Real für einen Euro.

1994 hatte der Real nach hoher Inflation den Cruzeiro abgelöst. Der schwache Real ist heute Sinnbild der tiefen Krise der siebtgrößten Volkswirtschaft der Welt. Durch eine Inflation von rund zehn Prozent wird das Leben für die Menschen in Brasilien immer teurer. Gleiches gilt durch den schwachen Real für Importe von Waren. Der Konsum ist auf breiter Front eingebrochen, so verkaufte Volkswagen im ersten Halbjahr rund 30 Prozent weniger Autos. Touristen aus den USA oder Europa, die weit mehr Real für Dollars und Euros als noch vor einigen Monaten bekommen, können dagegen wesentlich günstiger Urlaub machen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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