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Brent-Ölpreis erreicht erstmals die Marke von 50 Dollar je Barrel

Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent hat auf seiner Rekordjagd erstmals die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar durchbrochen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November verteuerte sich am Montag in London bis auf 50,22 Dollar.

dpa-afx LONDON. Der Ölpreis für die Nordseesorte Brent hat auf seiner Rekordjagd erstmals die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar durchbrochen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November verteuerte sich am Montag in London bis auf 50,22 Dollar. Erst am Freitag war mit 49,75 Dollar ein neues Rekordhoch erreicht worden. Händler begründeten den erneuten Preisanstieg mit Sorgen vor Lieferengpässen durch einen viertägigen Generalstreik im afrikanischen Ölland Nigeria, der am Montag begann.

Leichtes US-Öl kletterte ebenfalls auf ein neues Rekordhoch. An der New Yorker Warenterminbörse kostete ein Barrel bis zu 53,63 Dollar und übertraf damit den erst am Freitag aufgestellten Rekordwert von 53,40 Dollar.

60 Dollar IM Visier

Brent-Öl wird nach Einschätzung der Rohstoff-Expertin Sandra Eber von der Dekabank in Richtung der 60-Dollar-Marke steigen. "Wir werden eher die 60 Dollar sehen als 40 Dollar", sagte die Volkswirtin. Die Nachfrage werde in der bevorstehenden Heizperiode noch steigen und Rohöl verteuern. Um den Preis zu drücken, ist nach Einschätzung von Ebner ein deutlicher Aufbau der Lagerbestände notwendig. "Das sehe ich im Moment aber nicht."

Ebner zufolge ignoriert der Markt derzeit positive Meldungen. "Egal welche Nachrichten kommen, der Ölpreis steigt." So habe die Ankündigung des Generalstreiks in Nigeria den Preis weiter nach oben getrieben, obwohl nicht mit einem Ausfall der Ölproduktion gerechnet werde.

Geringe US-Produktion

Preistreibend wirke außerdem die niedrigere Ölproduktion im Golf von Mexiko. Die US-Produktion liege wegen sturmbedingter Schäden noch immer um 500 000 Barrel pro Tag unter ihrem normalen Niveau. "Das fällt bei einem Verbrauch von täglich etwa 20 Mill. Barrel in den USA schon ins Gewicht", sagte Ebner. Die USA sind der weltgrößte Energieverbraucher.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten am Sonntag angekündigt, wegen der hohen Preise ihre Produktion zu erhöhen. In absehbarer Zukunft sollten zusätzlich 300 000 Barrel Öl pro Tag auf den Weltmarkt kommen. Bis zum Jahr 2006 solle die Produktionskapazität um eine Mill. auf 3,5 Mill. Barrel täglich angehoben werden. Auch Saudi Arabien betonte, es könne bei Bedarf die Produktion von neun Mill. Barrel am Tag auf elf Mill. erhöhen.

Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte am Freitag bei 45,19 Dollar pro Barrel gelegen. Das waren elf Cents mehr als am Tag davor, teilte das Opec-Sekretariat am Montag in Wien mit.

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