Brent teurer als WTI
Ölpreise geben zum Wochenstart leicht nach

Das Ende des Streiks der Erdölindustrie in Nigeria zum Beginn der Woche hat sich mit einer Entspannung der Preise für die beiden populärsten Ölqualitäten, WTI und Brent, bemerkbar gemacht. Dennoch ist die Nordseequalität Brent derzeit noch teurer als das hochwertigere WTI. Insgesamt besteht aber die Möglichkeit von Rekordpreisen.

FRANKFURT. Der völlig ungewöhnliche Preisunterschied zwischen den beiden weltweit populärsten Rohöl-Richtqualitäten West Texas Intermediate (WTI) auf der einen und Brent auf der anderen Seite hat sich beim Start in die neue Woche verringert.

Während WTI an den Ölmärkten des Fernen Ostens nur noch mit 64,70 Dollar je Barrel (nach 65,20 Dollar zum Handelsschluss in New York am Freitag) kostete, wurden für die Nordseequalität Brent 70,24 (nach 70,69) Dollar je Barrel bezahlt. Brent hatte am Freitag bei 70,80 Dollar zeitweise den höchsten Stand seit dem 28. August 2006 erreicht. „Wenn der Brent-Preis über der Marke von 72,70 Dollar schließt, ist mit einem Test der 80 Dollar-Marke zu rechnen“, hieß es bei Barclays Capital.

In den vergangenen Jahren hatte der Preis für WTI in der Regel um wenige Dollar über der Brent-Notierung gelegen, da WTI qualitativ hochwertiger ist und bei der Veredlung zu Energiederivaten (zum Beispiel zu Benzin) einen geringeren Aufwand erfordert. „Die streikbedingten Lieferunterbrechungen in Nigeria boten jedoch vor allem Brent eine Stütze“, sagte Dominic Bryant von BNP Paribas. Nigeria ist bekanntlich der größte Erdölproduzent auf dem Afrikanischen Kontinent. Nachdem die Streiks dann am Montag beendet wurden, gaben beide Ölsorten kräftig nach. Die im Hinblick auf die gespannte Lage im Iran zu beobachtende Nervosität hielt jedoch weiter an.

Wenn der Brent-Preis deutlich über WTI notierte, so wurde dass unter anderem damit begründet, dass sich die Preise für iranische und nigerianische Rohölsorten bekanntlich stärker an Brent als an WTI orientieren. Der WTI-Preis war zuletzt vor allem deshalb zurückgefallen, weil die Lagerbestände dieser Ölmarke in jüngster Zeit in den Vereinigten Staaten stark waren und derzeit Rohöl in ausreichendem Material zur Verfügung steht. Analysten wollten wegen der Spannungen im Iran und der anstehenden Sommerreisezeit in den USA jedoch keine Entwarnung geben.

Erwartet wird allerdings, dass es in der zweiten Jahreshälfte zu einer Normalisierung der Lage kommt und WTI teurer werden wird als Brent. Mark Flannery, Analyst bei der Schweizer Credit Suisse erwartet im zweiten Quartal 2007 einen Durchschnittspreis von 66 (bisher 60,50) Dollar für Brent und 63 (bisher 62,50) Dollar je Barrel für WTI. Bei BNP Paribas wird für das erste Quartal 2008 mit einem Durchschnittspreis von 65,60 Dollar für Brent und 66,60 Dollar für WTI gerechnet.

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