Brentöl kostet über 75 Dollar
Iran-Krise treibt Ölpreis

Rohöl wird immer teurer. Nahezu täglich erreicht der Preis des wichtigen Rohstoffs neue Höchststände. Das europäische Brentöl verteuerte sich gestern bis auf 75,70 Dollar je Barrel (159 Liter). Getrieben wird der Preis vor allem durch die Unsicherheiten im Atomstreit mit dem Iran.

DÜSSELDORF. Die Märkte befürchten einen Ausfall der iranischen Förderung. Das Land ist viertgrößter Ölanbieter der Welt.

„Die Situation im Iran erhöht den geopolitischen Risikoaufschlag, den der Markt beim Ölpreis bildet“, sagte Dariusz Kowalczyk von CFC Securities der Nachrichtenagentur Reuters. Angesichts einer stetig wachsenden Nachfrage werden die Versorgungsängste an den Energiemärkten durch die knappen zusätzlichen Kapazitäten geschürt. Ein Ausfall der iranischen Förderung könnte durch andere Ölanbieter kaum ausgeglichen werden. Preistreibend wirken in diesem Umfeld aber auch die jüngsten Verstaatlichungstendenzen in südamerikanischen Ländern wie Venezuela und Bolivien.

„Die Ölpreisskala ist nach oben offen“, sagte der Essener Energieprofessor Dieter Schmitt dem Handelsblatt. Die Spielräume auf der Angebotsseite seien weitgehend ausgereizt; es existierten nur noch ganz geringe freie Kapazitätsreserven. Erst wenn die Weltölnachfrage deutlich nachgebe, sei mit einer Entspannung auf den Ölmärkten zu rechnen. Hohe Preise würden den globalen Ölkonsum erst dann drosseln, wenn die Notierungen in den Bereich von 80 bis 100 Dollar je Barrel klettern würden. Dann stünde wohl auch die bisher dynamische Weltkonjunktur auf der Kippe.

Für Schmitt steht fest, dass die Angebotsseite sehr rigide ist. 85 Prozent der Weltölförderung kontrollierten Staatsgesellschaften; demgegenüber könnten private Ölunternehmen nur in Regionen mit technisch anspruchsvollen und kostspieligen Projekten rasch an Boden gewinnen. Eine Eskalation in der Iran-Krise drohe die gesamte Golfregion in Mitleidenschaft zu ziehen. Die akuten Ölversorgungsprobleme machten deutlich, dass Ersatz für Opec-Öl in den nächsten Jahren möglichst rasch mobilisiert werden müsse. „Die Effizienz in der Ölanwendung muss schon drastisch erhöht werden“, sagt Schmitt, damit der Wachstumsschub des Verbrauchs der letzten Jahre mittelfristig konterkariert werden kann.

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