Brexit drückt Währung
Fußball-EM wird für England teurer – das Pfund fällt

Am 23. Juni stimmen die Briten über einen möglichen Ausstieg aus der Europäischen Union ab. Die Sorge vor einem „Brexit“ drückt bereits deutlich auf die Währung. Das macht Geschäfte in Euro teurer für Engländer.

London/DüsseldorfMitten während der Fußball-Europameisterschaft der Herren wird England über einen Ausstieg aus der Europäischen Union abstimmen. Das politische Großereignis wirft vor allem an den Währungsmärkten seinen Schatten voraus. Das Pfund rutscht seit Bekanntgabe des Abstimmungsdatums deutlich, im Umkehrschluss zieht der Euro an – auf 0,789 Pfund, so viel wie seit Ende 2014 nicht. Allein seit Jahresbeginn hat der Euro 6,6 Prozent gegenüber der britischen Währung gewonnen.

Für die englische Nationalmannschaft bedeutet das zunächst: Der Ausflug in das Europameisterschafts-Quartier in Chantilly in der Nähe von Paris wird teurer als gedacht. Mehrere hundert Euro kostet Medienberichten zufolge eine Übernachtung im „Auberge du Jeu de Paume“, das fallende Pfund macht die Reise teurer. Gelingt mindestens der Einzug ins Achtelfinale (ab 25. Juni), könnte die Nationalmannschaft später in ein Land zurückkehren, dass der EU den Rücken gekehrt hat – und dem Pfund womöglich einen Stoß in den Rücken.

Denn sollte sich Großbritannien für einen Austritt entscheiden, hätte dies verheerende Folgen für die Währung, erwarten Volkswirte in einer Bloomberg-Umfrage. Innerhalb einer Woche nach der Abstimmung werde die britische Währung auf oder unter 1,35 Dollar absacken, sagen 29 der befragten 34 Experten. Das wäre das niedrigste Niveau seit 1985. Derzeit liegt die Währung etwa bei 1,39 Dollar.

Dreiundzwanzig der befragten Ökonomen rechnen nicht damit, dass sich das Pfund innerhalb von drei Monaten nach der Abstimmung am 23. Juni von diesem Niveau wieder erholen werde. Sieben erwarten sogar einen Einbruch der britischen Währung unter die Marke von 1,20 Dollar gleich nach der Abstimmung. Lediglich einer sieht das Pfund über 1,40 Dollar – also auf einem leicht höheren Niveau als aktuell.

Das Pfund hat in diesem Jahr bereits mehr als zwei Prozent gegenüber jeder anderen Währung der größten zehn Währungsräume nachgegeben. Neben der Angst vor einem EU-Austritt drücken auch die holprige Erholung und die Aussicht auf Zinserhöhungen auf die Stimmung. Die Talfahrt hat sich noch beschleunigt, nachdem Premierminister David Cameron am Samstag den Abstimmungstermin ankündigte. Von Politikern bis hin zu Unternehmen geben jetzt alle ihre Ansichten zu dem Thema zum Besten.

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Harte Monate für das Pfund

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