Britisches Pfund
Im tiefen Tal

Die Brexit-Planlosigkeit der britischen Regierung versetzt dem Pfund einen neuen Schlag. Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Jeder Aufwärtstrend der Währung dürfte nur von kurzer Dauer sein.
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LondonTheresa May ist dieses Mal ohne ihre inhaltsleere Formel „Brexit heißt Brexit“ ausgekommen. Dennoch war alles, was die britische Premierministerin bei ihrem ersten großen Auftritt in diesem Jahr zum Austritt des Landes aus der EU sagte, ähnlich vage und ratlos. Dies hat der britischen Währung Anfang dieser Woche einen neuen Schlag versetzt. Am Montag ist das Pfund um 1,3 Prozent gegenüber dem Dollar gefallen. Und am Dienstag setzte sich der Abwärtstrend fort.

May beharrte am Sonntag in einem Interview mit dem Nachrichtensender Sky darauf, dass sich die von ihr angestrebten Einwanderungskontrollen durchaus mit dem Zugang zum EU-Binnenmarkt vereinbaren lassen – und das, obwohl Brüssel das als Widerspruch ansieht. Das hat erneut die Sorge verstärkt, dass es zu einem radikalen Bruch der Beziehungen zwischen London und Brüssel kommen könnte, zu einem so genannten harten Brexit. Die britische Wirtschaft will das eigentlich vermeiden.

Seit Mays Interview am Sonntag ist aber bei Investoren aber noch eine weitere Sorge hinzugekommen: dass die Premierministerin auch sechs Monate nach Einzug in 10 Downing Street noch immer keinen Plan hat, wie der Brexit und die künftigen Beziehungen zur EU aussehen sollen und dass sie möglicherweise schlecht vorbereitet in die wichtigen Verhandlungen den restlichen 27 EU-Ländern reingehen wird.

May hatte für den Beginn des neuen Jahres mehr Details ihrer Brexit-Strategie in Aussicht gestellt. Doch bisher ist davon nichts zu sehen. Genau diese Enttäuschung spiegelt der erneute Fall des Pfunds wider. Medienberichten zufolge könnte Mays wegweisende Brexit-Rede nächste Woche kommen.

Die Währung ist nach dem Brexit-Referendum Ende Juni tief gestürzt – zwischenzeitlich erreichte das Pfund gegenüber dem Dollar ein Niveau, das das Land zuletzt Mitte der 1980er- Jahre erlebte. Nach und nach erholte sich die Währung wieder und hielt sich bei etwa 1,25 Dollar je Pfund.

Es waren wohl vor allem zwei Faktoren, die dazu beigetragen haben: Einige Minister in Mays Kabinett, vor allem Finanzminister Philip Hammond, machten sich für einen Übergangsdeal mit der EU stark, damit britische Unternehmen nach dem Brexit mehr Zeit bleib, um sich auf die Veränderungen einzustellen und die Folgen abzufedern. Und die britische Wirtschaft ist nicht, wie von einigen Experten vorhergesagt, nach dem Referendum in eine Rezession gestürzt, sondern hat sich überraschend gut gehalten.

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  • Das ist ein Konjunkturprogramm wir Investoren jubeln schon.

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