Buchkritik „Das Ende des Scheins“
Droht unserem Geldsystem das Aus?

Für Detlev S. Schlichter ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Menschen das Vertrauen in Euro, Dollar und Co. verlieren. Seine provokante These: Das Papiergeldsystem steht vor dem Zusammenbruch.
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DüsseldorfAufgeblähte Geldmenge, überbordender Finanzsektor, künstlich niedrig gehaltene Zinsen – die Geldpolitik der Zentralbanken spielt eine so wichtige Rolle wie nie zuvor. Wir haben uns längst daran gewöhnt. Die wirklich wichtigen Nachrichten für die Börsen kommen längst nicht mehr von Unternehmen, sondern von den Notenbanken.

Wenn Ben Bernanke oder Mario Draghi Aufkaufprogramme von Staatsanleihen durch die Fed und die Europäische Zentralbank ankündigen, ist ihnen der Beifall von Politik und Öffentlichkeit gewiss. Mit diesem konsequenten Eingriff verhindern sie einen Absturz der Finanzmärkte und ein Abgleiten in die Rezession, so die übliche Lesart. Schonungslos räumt der Autor Detlev S. Schlichter in seinem Buch „Das Ende des Scheins“ mit dem in Medien und Politik vorherrschenden Mainstream auf.

Dabei beschränkt sich der ehemalige Portfoliomanager nicht nur auf eine Analyse der gegenwärtigen Politik der Notenbanken, sondern kritisiert das Papiergeldsystem grundsätzlich, das für den Autor zu einem Handlanger der Politik geworden ist.

Das Fluten der Märkte mit billigem Geld und der Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbanken ist für den Autor ein Tabubruch, der noch vor Jahren zu einer kontroversen Debatte geführt hätte. Mit Ausnahme weniger Mahner wie Bundesbank-Chef Jens Weidman, findet diese Politik durchweg den Beifall der Öffentlichkeit.

Ganz anders dagegen die Sicht von Schlichter, der als Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie gilt. Er kritisiert das elastische Geldangebot, bei dem die Notenbanken schon bei dem geringsten Anschein einer Krise unendlich viel Geld zur Verfügung stellen, um eine Knappheit des Geldangebots zu verhindern.

Für Schlichter verlängert diese Politik die Krise und verhindert dringend notwendige Anpassungsprozesse. Das Groteske: Der Bankensektor, der als Ursache der Finanzkrise 2007 gilt, wird immer größer. Dank des billigen Geldes wachsen Finanzwetten und Schattenbanken so stark, als hätte es die Finanzkrise nicht gegeben.   

Kommentare zu " Buchkritik „Das Ende des Scheins“: Droht unserem Geldsystem das Aus?"

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  • @pedrobergerac: das ist sehr schwer es dem deutschen michel beizubringen. Scheinbar wollen die es nicht verstehen. das glänzende auto im wert von 800 eruo zu verlieren wäre zu peinlich :-))
    MFG Goldschmied fabian und prof. bernd senf - tiefere ursachen der krise -

  • ein AUS des scheins hat durchaus seine vorteile. Folgende geschäfte werden viel schwieriger oder müssen andere wege suchen: Bargeldgeschäfte zum zweck der schwarzgeldbeschaffung, Drogengeschäfte, politikerbestechung, beamtenbestechung, bestechung von einkäufern, pizzabringdienste können kein schwarzgeld machen, restaurants bisher ohne kreditkartenservice machen kein schwarzgeld mehr, zig-tausende von kiosken machen kein sw-geld mehr, Bordelle machen kein schwarzgeld mehr, Beamte und politiker können die putzfrau nicht mehr schwarz beschäftigen. Öffentliche immobilien wie z.b. neue polizeipräsidien können nicht mehr mit schwarzarbeitern gebaut werden. USW..

  • Unser SchuldZinsGeldSystem, auch Falschgeldsystem genannt, ist an seinem natürlichen Ende angekommen.
    Es ist das genaue Gegenteil von einem Freien Geld für Freie Märkte für Freie Menschen. Es ist für den Tod von unzähligen Menschen und Tieren, für die Zerstörung unseres Planeten durch Raubbau und Umweltverschmutzung verantwortlich, genauso wie für die Verblödung und Verdummung unserer Gesellschaft. Dem Renditestreben wurden auch unsere Gesundheit u. die Lebensmittel geopfert.
    Alle starren sie auf die Banken und die Märkte wie das Kaninchen auf die Schlange und übersehen dabei, dass es für die Menschheit ein Segen wäre, dieses SchuldZinsGeldSystem der Finanzmafia endlich loszuwerden. Denn unsere Steuern sind letztendlich nichts Anderes als Schutzgeldzahlungen an sie.
    Henry Ford wusste wovon er sprach: "Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen Früh."
    Bald sind wieder Wahlen und die Menschen hoffen in ihrem Innersten, dass die nächste Regierung besser wird.
    Aber was sie, Dank der Verblödung durch die Massenmedien nicht verstanden haben ist:
    Eine Welt, in der das Geld von den Privatbanken gedruckt wird, wird immer im Interesse der Privatbanken regiert werden. Wie man an den letzten 650 Jahren so schön erkennen kann.
    Der Mensch, die Gesellschaft, unsere Zivilisation und letztendlich unsere Erde sind nur mehr noch dem Interesse der Finanzmärkte unterworfen. Wen glauben wir denn zu wählen wenn wir "vor die Wahl gestellt werden"? Wir haben keine Wahl. Denn würden Wahlen etwas ändern, wären sie von der Finanzmafia schon längst verboten.
    Denken wir also das Undenkbare. Der Crash des Weltfinanzsystems steht kurz bevor. Wir sollten uns DRINGEND darauf vorbereiten. Dann können wir uns auch darüber freuen.
    Nur durch Aufklärung können wir erreichen, dass die Menschen anfangen Umzudenken und nur dann können wir hoffen, dass anschließend ein gerechteres Geldsystem mit dem BGE kommt.
    Ansonsten drohen uns Viele Jahre der Finsternis

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