Devisen + Rohstoffe
Bundesbank rechnet mit stabilem Ölpreis auf aktuellem Niveau

dpa-afx FRANKFURT. Die Deutsche Bundesbank rechnet aus heutiger Sicht mit einer Stabilisierung der Rohölpreise. "Unsere Prognosen gehen davon aus, dass der Ölpreisauftrieb zu einem gewissen Ruhepunkt gekommen ist", sagte Bundesbankpräsident Axel Weber am Mittwoch in Frankfurt in einem Gespräch mit der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX. "Wir erwarten, dass der Ölpreis sich etwa auf seinem aktuellen Niveau stabilisieren könnte." Diese Erwartung finde sich auch an den Terminmärkten für Rohöl wieder. Der Ölpreis der Sorte WTI wurde zuletzt bei rund 55 Dollar gehandelt.

Der Grund, warum der Ölpreisanstieg bisher nicht mehr so stark auf die Konjunktur durchgeschlagen habe wie dies in den 70er Jahren der Fall gewesen sei, ist laut Weber in drei Punkten festzumachen. Der derzeitige Ölpreisschock sei bezogen auf die Kaufkraftentwicklung weniger kräftig wie bei vergleichbaren Entwicklungen in den 70er und 80er Jahren, und Zweitrundeneffekte seien bisher ausgeblieben. Der zweite Grund sei die gestiegene Energieeffizienz, die den Rohölverbrauch reduziert habe. So habe man insbesondere in Deutschland auf alternative Energieformen gesetzt.

Zudem flössen die Einnahmen der Rohölförderländer schneller und in einem größeren Umfang als früher wieder zurück in die Industriestaaten, sagte Weber. Da das Durchschnittseinkommen in den Rohölförderländern gestiegen sei, habe sich dort der Konsum von Industriegütern und hochwertigen Konsumgütern deutlich erhöht. "Die höheren Öleinnahmen haben so zu einem stärkeren Anstieg unserer Exporte geführt", sagte Weber. "Der Anstieg des Ölpreises hat also neben den belastenden Faktoren nun auch entlastende Faktoren zur Folge."

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