Girocard

Kunde bei der Zahlung in einem Supermarkt.

(Foto: dpa)

Bundesbank-Studie Deutsche verlieren die Lust aufs Bargeld – aber nur sehr langsam

Deutsche zahlen zwar weiterhin am liebsten bar. Sie greifen aber immer häufiger zur Kartenzahlung. Vor allem ein Kartentyp hat es ihnen angetan.
Update: 14.02.2018 - 11:29 Uhr 15 Kommentare

FrankfurtBargeld bleibt in Deutschland zwar das beliebteste Zahlungsmittel. Allerdings ist auch hierzulande das bargeldlose Bezahlen auf dem Vormarsch – vor allem die Nutzung der Girocard (früher: EC-Karte) nimmt zu.

Insgesamt griffen Konsumenten im vergangenen Jahr bei 74 Prozent ihrer Einkäufe auf Scheine und Münzen zurück, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Bundesbank hervorgeht. 2014 waren es noch 79 Prozent.

„Bargeld bleibt am beliebtesten, aber Kartenzahlungen legen zu“, sagte Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele. Mit dem Ergebnis füge sich Deutschland „gut in das europäische Gesamtbild ein“. Die EZB hatte im November eine Untersuchung veröffentlicht, nach der auch in der gesamten Euro-Zone Bargeld weiterhin das mit Abstand meistgenutzte Zahlungsmittel ist. Danach wurden 2016 im Schnitt etwa vier von fünf Einkäufen bar bezahlt.

Vor allem kleine Beträge unter fünf Euro werden bar beglichen. Gemessen am Umsatz sanken die Barzahlungen allerdings erstmals unter 50 Prozent, und zwar auf 48 Prozent. Im Schnitt haben die Menschen in Deutschland 107 Euro Bargeld im Portemonnaie, davon knapp über sechs Euro in Münzen.

Für Zahlungen höherer Summen nutzen viele Menschen dagegen eher andere Mittel wie die Girocard. Nutzten Verbraucher sie 2014 noch bei gut 15 Prozent aller Einkäufe, waren es 2017 bereits mehr als 18 Prozent. 35 Prozent der erfassten Umsätze werden der Studie zufolge inzwischen auf diesem Weg bargeldlos bezahlt. Bei der letzten Bundesbank-Erhebung mit Daten für das Jahr 2014 lag der Wert bei rund 30 Prozent. Extrem zugelegt hat das kontaktlose Bezahlen – von 0,1 Prozent der getätigten Umsätze vor drei Jahren auf jetzt 1,1 Prozent.

Die aktuelle Studie, bei der gut 2.000 Bundesbürger befragt wurden, ist die vierte der Bundesbank zum Zahlungsverhalten in Deutschland. Alle drei Jahre legt die Notenbank neue Daten vor. Die Kreditkarte wird gegenüber der Girocard dagegen relativ selten genutzt. Ihr Anteil an den Umsätzen stieg jedoch leicht auf unter fünf Prozent.

Das mobile Bezahlen per Smartphone spielt hingegen bislang kaum eine Rolle. Der Anteil an den Umsätzen liegt nach Angaben der Bundesbank bei etwas über einem Prozent. Vor allem Sicherheitsbedenken halten viele Verbraucher von solchen Zahlungsverfahren ab – auch wenn die Anbieter versichern, dass diese unbegründet sind. Die deutliche Mehrheit (88 Prozent) der Bürger möchte auch in Zukunft mit Scheinen und Münzen bezahlen können. Eine Abschaffung oder Einschränkung des Bargelds lehnen sie ab.

„Kein Grund für Angst vor dem Ende des Bargelds“

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann betonte am Mittwoch in einer Rede auf einem Bargeldsymposium, dass niemand die Abschaffung des Bargelds fürchten müsse. „Für Angst vor dem Ende gibt es beim Euro-Bargeld keinen Grund“, sagte er. Die Notenbanken im Euro-System müssten aber immer wieder das Vertrauen der Menschen in das Euro-Bargeld rechtfertigen.

In anderen Ländern hat Bargeld keinen so hohen Stellenwert mehr. In Schweden etwa läuft der Großteil der Transaktionen bargeldlos ab. Manche Supermärkte nehmen sogar gar keine Scheine und Münzen an.

  • pma
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  • dpa
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15 Kommentare zu "Bundesbank-Studie: Deutsche verlieren die Lust aufs Bargeld – aber nur sehr langsam"

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  • ......die Wahrheit.....und nur der Wahrheit....fühle ich mich verpflichtet....und nichts anderes....wenn es um Klarstellung geht....
    ....und diese Wahrheit....ist sie doch so wichtig....und ist nicht immer gefragt....
    ....Anpassung ist die Überschrift....wenn es um Wahrheit geht....
    ....untergepflücht soll sie dann werden....und niemals an der Oberfläche verweilen.....weil sie dann für viele Personen unangenehm sein könnte....und auch ist....
    ....also Anpassung.....und über Populismus schreiben...
    ......damit wirklich alle Tassen im Schrank bleiben....und keine zerbricht.....und alle Scherben....sofort beseitigt werden.....
    ....damit Diskussionen über das Scherbengericht.....nicht an die Öffentlichkeit gelangen.....

  • „Deutsche verlieren die Lust aufs Bargeld – …“

    Die werde ich wohl nie ganz verlieren (jedenfalls nicht, solange unsere Wirtschaft noch auf Geld im Sinne seiner heutigen, zentralen Funktion bei fast allen „Geschäften“, die innerhalb der Gesellschaft getätigt werden, basiert).

    Bargeld hat für mich nämlich eine ähnliche Funktion wie ein Abakus im Rechenunterricht: Damit habe ich meine Ausgaben sozusagen plastisch vor Augen (und dadurch besser „im Griff“).

  • Dann lege ich mal nach:

    „Der Bonner Jurist Udo di Fabio hält eine Abschaffung des Bargelds zugunsten einer digitalen Währung rechtlich für möglich, aber in der Umsetzung für problematisch.“
    &
    „Wenn ich Bargeld auf eine Buchungsposition umstelle, ist dem Bürger nichts genommen", sagte Di Fabio. Er teile nicht die Auffassung vieler Analysten, dass die Abschaffung des Bargelds nicht möglich sei.“
    &
    „Allerdings müsste ein Bargeldsurrogat laut Di Fabio noch weitere Anforderungen erfüllen: Es müsste ebenso leicht verfügbar sein wie Scheine und Münzen. "Der Staat hat eine Infrastrukturverantwortung, gerade in diesen Zeiten der Umwälzung", sagte der Jurist.“

    Die Quelle ist die von Herrn Nampf benannte.

    Drolliger Zufall, dass sich an einem Tag so viele Leut Gedanken um die Bargeldabschaffung machen.

  • Danke Herr Nampf - habe mich das nicht getraut, weil Kommentare mit Links oft ganz schnell gelöscht sind :)

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • @Herr Peer Kabus 14.02.2018, 13:11 Uhr und alle anderen

    Falls jemnand keine Lust hat zu suchen:

    http://www.finanzen.ch/nachrichten/devisen/EZB-Direktor-Mersch-2017-mehr-Antraege-auf-Bargeld-Einschraenkungen-1015752161

  • @Herr Heinz Walde

    Ich will Ihnen ja nicht den Tag versauen - aber nachdem ich selbst gerade einen anderen Artikel gelesen habe ....

    Ich zitiere mal für einen gelungenes "weiter so" an einem Super-Aschermittwoch:

    "Die Europäische Zentralbank (EZB) hat nach den Worten ihres für Zahlungsverkehr zuständigen Direktors Yves Mersch im vergangenen Jahr ungewöhnlich viele Anträge von Mitgliedstaaten auf Einschränkungen der Bargeldnutzung erhalten. "
    &
    "Im vergangenen Jahr allein haben fünf Mitgliedstaaten die EZB zu Maßnahmen konsultiert, die die Verwendung von Bargeld begrenzen. Dies ist ein sprunghafter Anstieg zur Zahl vergleichbarer Konsultationen in den Vorjahren", sagte Mersch. Dabei handelte es sich um Zypern, Bulgarien, Belgien, Portugal und Dänemark."
    &
    "Auf der Grundlage dieser Doktrin wurden insbesondere die Bekämpfung von Geldwäsche, Terrorfinanzierung und Steuerhinterziehung als legitime Zwecke von der EZB anerkannt. Die von den Mitgliedstaaten geplanten diesbezüglichen und verhältnismäßigen Maßnahmen wurden nicht kritisiert", sagte Mersch."
    &
    "Auch stellte sich uns als Hintergrund einer Konsultation zu einer sehr niedrigen vorgeschlagenen Bargeldgrenze in einem Land erstmals die Frage: Wird die Eigenschaft einer Banknote als gesetzliches Zahlungsmittel unterlaufen, wenn eine Stückelung, also der Nennwert einer ausgegebenen Banknote, durch eine Bargeldbeschränkung gar nicht mehr für Transaktionen verwendet werden kann?", sagte Mersch. Faktisch wäre das der Abschaffung dieser Stückelung gleichgekommen. Darüber könne aber nur der EZB-Rat entscheiden."

    Hat nichts mit einer Aschermittwochsrede zu tun.

  • Rainer von Horn@ An diesen Traum wurden wir beide von Frau Dr. Merkels Hofnarren erinnert.

  • Mein Traum wär ja, eine Girocard auf das Target-Konto der Bundesbank, mit Null-Zinsen, Kontrahierungszwang des Kreditgebers und Fälligkeit am St.-Nimmerleinstag, aber sowas gibts ja blöderweise nur für die Südländer, ich erwäge einen Gang zum EuGH.

    Für so ´ne Target-Karte würd´ich auch auf Bares verzichten.....

    :)

  • ......es sollte aus diesem geschiebenen Sektor.....endlich....Ruhe einkehren.....und nicht manupulatorische Nachrichten....und dies immer wieder....verkünden....
    ....das BARGELD.....IST UNKÜNDBAR....und wird niemals....von der Bildfläche verschwinden....niemals.....
    ....könnte man förmlich.....aus der Haut fahren.....und Kraftausdrücke....verwenden....spare sie mir....weil es nicht mein Niveau ist....
    ...nur so viel....
    ...die "Doktoranten"....aus und von diesem Sektor.....der Bargeldabschaffung....sollten sich andere Themen suchen....die zu finden sind.....z. B....die aufrichtige....ehrliche....und fachliche Beratung des Normal-Bürges....auf dem Weg....eine Anlage mit Gewinn zu machen.....und nicht die HAUSEIGENEN.....UND MEISTENS UNINTERESSANTEN PRODUKTE....an die Buchse gebunden zu bekommen....die sich meistens als Luftnummer erweisen....
    ....also Atacke fahren.....auf diese Simulanten....des Bankengeschäftes?......ja...so ist es....
    .....damit aus obigen Gedanken-Gängen....ein tatsächlich produktives Gebilde....für den Normalbürger entstehen kann.....








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