Chancen für Zulieferer
Petrobras plant Rekordinvestition

Der brasilianische Erdölgigant Petrobras will seine Investitionen 2006 stark erhöhen. Das Budget umfasst insgesamt 38 Mrd. brasilianische Reais (14,6 Mrd. Euro). Doch nicht nur Petrobras engagiert sich im brasilianischen Erdölsektor. Mittlerweile haben auch private Firmen erheblich an Bedeutung gewonnen.

bfai SAO PAULO. Unternehmenspräsident José Sérgio Gabrielli erklärte, dass so ein weiteres Wachstum und die Selbstversorgung Brasiliens garantiert werden sollen. Die Mittel werden unter anderem in die Anpassung der Raffinerien an das lokal hergestellte schwere Erdöl fließen.

Auch private Firmen planen bis 2010 Investitionen in Höhe von 17 Mrd. US-Dollar. Auf den Bereich Exploration und Produktion sollen dabei 6,8 Mrd. US-Dollar und auf den petrochemischen Sektor 3,9 Mrd. US-Dollar entfallen. Vor allem Zulieferfirmen dürften von dieser Entwicklung profitieren, da sie einen größeren Pool von potenziellen Abnehmern bedienen können. Die Regulierungsbehörde ANP (Agência Nacional de Petróleo) sieht in den Zahlen den Beweis dafür, dass Petrobras "nicht mehr allein auf dem Markt ist". Dennoch: Mit einem geplanten Investitionsvolumen von 49,3 Mrd. US-Dollar zwischen 2006 und 2010 entfällt noch immer der Löwenanteil der Engagements auf den Erdölriesen.

Bereits 2005 konnte Petrobras hervorragende Ergebnisse vorweisen. Der Unternehmensgewinn wuchs um rd. 40% auf etwa 23,8 Mrd. Reaisund erreichte damit einen historischen Rekord für die Aktiengesellschaften. Auch der Marktwert der Firma stieg mit rd. 54% im Vergleich zu 2004 sprunghaft an. Petrobras investierte 2005 insgesamt ca. 25,7 Mrd. R$, davon etwa 15,5 Mrd. Reaisin Exploration und Produktion. Presseberichten zufolge konnten die Engagements vollständig aus Eigenmitteln bestritten werden. Nachdem sich die Erdölproduktion der Gesellschaft 2004 noch rückläufig gezeigt hatte, stieg der Output in der Folge um rd. 12,8% auf durchschnittlich 1,7 Mill. bpd.

Mit der Inbetriebnahme der beiden Förderplattformen P-50 und P-34 soll es auch 2006 weiter aufwärts gehen. Das Unternehmen selbst gibt als Produktionsziel für 2006 die Marke von 1,9 Mill. bpd aus. Mit dieser Steigerung dürfte sich auch endlich der Traum von der "Selbstversorgung" Brasiliens mit Erdöl verwirklichen lassen, d.h. dass die in Brasilien hergestellte Menge des schwarzen Goldes über der Nachfrage liegt.

Trotz der zu erwartenden Feierlichkeiten im Rahmen dieser "Unabhängigkeit" wird Brasilien zunächst auch weiterhin von der Einfuhr von leichtem Erdöl abhängig sein. Im Gegenzug wird das Amazonasland Teile seines Schwerölbestandes exportieren müssen. Trotzdem handelt es sich bei der Entwicklung um eine erstaunliche Leistung, zumal Brasilien Ende der 70er Jahre noch rd. 85% seines Ölkonsums aus dem Ausland beziehen musste und etwa 65% der Vorkommen tiefer als 400 m unter dem Meeresspiegel liegen - und damit nur über technisch sehr anspruchsvolle Verfahren an die Oberfläche gepumpt werden können.

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