Charttechnik deutet auf weiterhin nachgebenden Goldpreis
Euro fällt unter 1,19 US-Dollar

Der Euro hat am Freitag im Nachmittagshandel nach den wesentlich besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten immer stärker an Boden verloren. Nachdem der Euro zwischenzeitlich noch über 1,21 $ notiert hatte, fiel die europäische Gemeinschaftswährung im späten europäischen Handel bis knapp unter 1,19 $.

HB FRANKFURT. Mit dem Bruch der Unterstützungszone von 1,1930 bis 1,1950 $ sei der Euro in seinen alten Abwärtstrend zurückgekehrt, sagten Händler. Selbst die ambitioniertesten Erwartungen seien durch die Daten übertroffen worden. Damit habe eine baldige US-Zinserhöhung erheblich an Wahrscheinlichkeit gewonnen.

Die jüngsten Erholungsansätze des Euro dürften zunächst einmal vorüber sein, hieß es weiter. Für die nächsten Handelstage komme es nun darauf an, dass der Euro die Unterstützung bei 1,18 $ verteidigt, meinte ein Marktteilnehmer. Sonst drohten weitere deutliche Verluste.

Auch der Yen hat gegenüber dem Dollar signifikant an Boden verloren. Hier hatte der Regierungsskandal um nicht gezahlte Rentenbeiträge bereits vor den US-Daten belastet. Mit diesem Skandal und dem damit verbundenen Rücktritt des Staatsministers könnte die Regierung Probleme bekommen, die Strukturreformen in der vorgesehenen Weise zu realisieren, sorgten sich Anleger. Auch der hohe Ölpreis setzte Japan als reinem Importeur stark zu. Daher habe der Yen nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegen andere Währungen verloren. Die Futures auf Rohöl waren in New York zum 1. Mal seit 13 Jahren auf über 40 $ je Barrel geklettert.

Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London zum Fixing mit 380,80 $ bezahlt nach einem Vormittagsfixing von 386,85 $. Damit sei der niedrigste Kurs seit dem 7. November 2003 markiert worden, so Marktteilnehmer. Es drohe nun unter charttechnischen Gesichtspunkten ein Rückgang bis auf 370 $.

„Das ist deutlich mehr als erwartet“, sagte Volkswirt Oliver Plein von der Fondsgesellschaft dit in einer ersten Reaktion zu den US-Stellenzuwächsen im April. „Damit rückt der Juni als möglicher Termin für eine US-Zinserhöhung in den Vordergrund. Dass der Euro da unter Druck kommt, ist keine Überraschung.“

Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der US-Landwirtschaft stieg im April um 288.000, nach einem Plus von 308.000 im Vormonat. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Zuwachs von 173.000 gerechnet. Bereits im März war die Zahl der Arbeitsplätze deutlich stärker gestiegen als Analysten erwartet hatten. Der überraschende Zuwachs hatte die Spekulationen über eine Zinserhöhung in den USA angeheizt und den Euro unter Druck gesetzt. Allerdings hatten Analysten auch darauf hingewiesem, dass der März-Anstieg durchaus nur ein Ausreißer gewesen sein könnte.

Experten zufolge ist die Wahrscheinlichkeit einer raschen und kräftigen Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) umso höher, je stärker sich die Beschäftigungssituation verbessert. Dass die Fed ihre Geldpolitik in absehbarer Zeit wieder straffen wird, gilt an den Finanzmärkten mittlerweile als ausgemacht. Zu dem genauen Zeitpunkt und Ausmaß der erwarteten Zinserhöhung gibt es allerdings unterschiedliche Erwartungen.

Eine Zinsanhebung in den USA dürfte sich negativ auf Euro-Anlagen auswirken, da ein Teil des Renditevorsprungs der Euro-Zone zu den USA verloren ginge. Derzeit liegt der Leitzins im Euroraum mit 2,00 Prozent noch doppelt so hoch wie jenseits des Atlantiks.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro am Freitag mit 1,2064 (1,2143) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2073 (1,2116) Dollar.

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