Chefanalyst der Bremer Landesbank
„Der Weg ist schmerzhaft, aber erfolgreich“

Wer kommt besser aus der Krise: Europa oder die USA? Für Folker Hellmeyer steht die Antwort fest. Im Interview erklärt der Volkswirt, warum er auf den Euro setzt – und welche Rolle Aristoteles dabei spielt.
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Herr Hellmeyer, für den Euro sieht es im Moment nicht gut aus. In den vergangenen Wochen ist der Wechselkurs deutlich gefallen. Warum setzen Sie immer noch auf den Euro?

Weil Europa ein sensationeller Wirtschaftsraum ist, dessen Effizienz, Innovationskraft erkennbar an Patenten pro Kopf und Infrastruktur weltweit ihresgleichen sucht. Das wird auf Dauer die Währung stützen.

Aktuell sieht es eher danach aus, dass Europa immer noch in der Krise steckt, während die Erholung in den USA deutlich weiter ist.

Das ist eine sehr kurzfristige Betrachtung. Und ich bin erstaunt, dass weder die Elite der Ökonomie in Deutschland, noch in Europa oder der Welt die Realität erkennt. Die USA führen ein Geschäftsmodell weiter, das ohne nennenswerte Strukturreformen auf Konsum und Verschuldung beruht. Damit ist die nächste Krise programmiert.

Und Europa?

Europa hat die größten Strukturreformen in der Geschichte der Industrienationen durchgeführt. Dieser Weg ist schmerzhaft, aber erfolgreich. Nur wer Strukturen verändert, verändert Konjunkturverläufe und damit auch die Haushaltslagen. Der Satz stammt von einem Ökonomen, der noch nie wiederlegt, und dennoch massiv ignoriert wurde.

Ich bin gespannt, wer das sein könnte.

Aristoteles.

Nun gut, der ist über jeden Zweifel erhaben. Aber lassen Sie uns ein wenig konkreter werden: Wie schlagen sich die Reformen in den Wirtschaftsdaten nieder?

Besonders die Länder in Südeuropa haben viel erreicht. Die Exporte wachsen, die Handels- und Leistungsbilanzen sind positiv. Ich freue mich außerordentlich über die Entwicklung des spanischen Arbeitsmarkts, der sich überraschend zügig erholt. Der Mainstream hat diese Entwicklung nicht ansatzweise prognostiziert.

Wenn Europa so gut dastünde, warum denkt die Europäische Zentralbank dann über weitere Maßnahmen nach, die die Konjunktur stützen sollen?

Die EZB hat bereits sehr aggressive Schritte unternommen. Ich kann mir das nur so erklären, dass sie einerseits die Konjunkturerholung in Europa unterschätzt, und andererseits Rücksicht auf Länder wie Frankreich und Italien nimmt.

…die mit Reformen kaum vorangekommen sind.

Hier gibt es tatsächlich noch strukturelle Defizite. Italien und Frankreich, aber auch Deutschland müssen noch mehr tun. Deutschland ist gerade dabei, seinen Vorsprung zu verspielen. Die Politik nimmt wichtige Reformen zurück. Wenn das so weitergeht, werden wir bis 2016 zu den Ländern mit dem schwächsten Wachstum in Europa zählen.

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Erholung der US-Wirtschaft? Ein Trugschluss!

Kommentare zu " Chefanalyst der Bremer Landesbank: „Der Weg ist schmerzhaft, aber erfolgreich“"

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  • Es ist doch erstaunlich, wieviele Leute sich hier äußern, ohne sich mit den Hintergründen oder der Person über die Sie schreiben auseinander gesetzt haben. Ich empfehle allen mal die Analysen von Herrn Hellmeyer zu lesen. Wer dies über längere Zeit tut, wird sehen, dass er recht gut liegt. Dies ist in den Forexreporten seit vielen Jahren nachvollziehbar. Und vor allem sollten eine Kommentatoren auf die netiquette achten !!

  • Sehr geehrter Herr Hellmeier
    Sie sind also u.a. der Meinung, dass außer Ihnen keiner die (wirtschaftliche) Realität erkennt !?
    Mit Verlaub, ich finde es äußerst anmasend zu sagen, dass "die Elite der Ökonomie in Deutschland, noch in Europa oder der Welt die Realität erkennt."
    Haben Sie sich schon mal gefragt, warum "die Elite" so denkt und wenn ja, haben Sie auch verstanden warum sie so denkt?

  • Selten so einen Blödsinn gelesen. Der Hellmeyer ist der größte mir bekannte Sch....babbler, dessen Prognosen nichts mit der Realität zu tun haben. Er verkörpert den vollkommenen Realitätsverlust...

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