Devisen + Rohstoffe
China dementiert schnelle Freigabe der Wechselkurse

dpa-afx PEKING. Die chinesische Notenbank hat Spekulationen über eine schnelle Freigabe der Wechselkurse dementiert. Zumindest in der kommenden Woche werde es keine Änderung der festen Wechselkurse geben. "Eine Freigabe in der kommenden Woche ist unmöglich", versicherte am Mittwoch ein Sprecher der Notenbank in Peking. Zuvor hatten Gerüchte über eine Freigabe der Wechselkurse am 18. Mai die Finanzmärkte zeitweise in Unruhe versetzt.

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Die Spekulationen über eine mögliche Ausweitung der Schwankungsbreiten des chinesischen Yuan haben den Kurs des Dollar zeitweise unter die Marke von 105 Yen gedrückt. Analysten werteten die Spekulationen als eine "gezielt gestreute Geschichte". An den Finanzmärkten werde eine "Art Versuchsballon" gestartet, sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

Offenbar ist Bewegung in die Auseinandersetzung zwischen den USA und der Volkrepublik um die Geldpolitik gekommen. Nach Presseinformationen hat es bereits mehrere Treffen zwischen Vertretern beider Regierungen gegeben. Die US-Regierung macht die festen Wechselkurse für das Rekorddefizit in der amerikanischen Handelsbilanz mit verantwortlich. Der niedrige Yuan-Kurs erhöht die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Waren und trug so zum chinesischen Exportboom in den vergangenen Jahren bei. .

Zuletzt soll ein Treffen am 9. Mai in Washington stattgefunden haben, berichtet die chinesische Tageszeitung "People's Daily" am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe. Dabei sollen auch Fortschritte erzielt worden sein, schreibt das Blatt unter Berufung auf Vertreter der US-Regierung.

Die Zusammenkunft sei bereits das vierte Treffen zwischen Vertretern der chinesischen und amerikanischen Regierungen gewesen, hieß es weiter in dem Bericht. Ziel der Gespräche sei eine Flexibilisierung der chinesischen Wechselkurspolitik. Seit 1994 ist der chinesische Yuan in einem Verhältnis von 8,3 zu 1 an den Dollar gekoppelt. Außerdem ist die chinesische Währung fest an den Hong Kong-Dollar, den japanischen Yen und den Euro gekoppelt.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds schadet der festgezurrte Kurs aber mittlerweile der chinesischen Wirtschaft. Die US-Notenbank rät der Regierung in Peking ebenfalls zu einer Flexibilisierung des Wechselkurses, um die Inflation besser unter Kontrolle zu halten.

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