China
Notenbank geht gegen Yuan-Spekulationen vor

Die Notenbank will offenbar Finanzwetten auf eine Abwertung des Yuan verteuern. Doch unbeirrt vom Absturz am Aktienmarkt und der Abwertung der Landeswährung hält China an der Absicht fest, seine Wirtschaft zu öffnen.
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Die Notenbank Chinas will einem Medienbericht zufolge gegen Spekulationen auf eine weiter fallende Landeswährung vorgehen. Geplant sei, Finanzwetten auf eine Abwertung des Yuan zu verteuern, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag mit Bezug auf mehrere mit der Sache vertraute Personen. Marktteilnehmer sollen demnach 20 Prozent der geplanten Verkäufe als unverzinsliche, einjährige Einlage vorhalten. Die Regelung solle am 15. Oktober in Kraft treten.

Die chinesische Notenbank, die den Wechselkurs des Yuan in Grenzen kontrolliert, hatte die Landeswährung am 11. August erstmals seit 20 Jahren abgewertet. An den Märkten wurde der Schritt überwiegend als Zeichen großer wirtschaftlicher Probleme gedeutet. Die Börsen, insbesondere in China, haben seither stark gelitten. In den vergangenen Tagen wertete der Yuan aber wieder etwas auf, was auch auf Dollarverkäufe der chinesischen Notenbank zurückgeführt wurde. Dies vermindert die Devisenreserven des Landes, die mit rund 3,6 Billionen Dollar aber extrem hoch liegen.

Unbeirrt vom Absturz am Aktienmarkt und der Abwertung der Landeswährung zeigt China mit einer Reihe von Änderungen an technischen Vorschriften, dass es an der Absicht festhält, seine Wirtschaft zu öffnen. Die Maßnahmen dienen dem Ziel, dem Yuan zum Status einer Reservewährung zu verhelfen.

Ausländische Banken bekommen die Erlaubnis, für Direktinvestitionen den Yuan im Inland zu kaufen und verkaufen; künftig wird fünf Mal am Tag ein Devisen-Referenzsatz veröffentlicht; und Banken können für Einlagen, die mindestens ein Jahr bei ihnen bleiben, beliebige Einlagensätze festlegen. Die genannten Reformen ergänzen die aufsehenerregende Entscheidung vom 11. August, den Märkten mehr Einfluss bei der Festlegung des Yuan-Kurses einzuräumen.

Mit den aufgeführten Schritten folgt China Empfehlungen des IWF. Der prüft derzeit, ob er den Yuan neben Dollar, Euro und Yen in seinen Sonderziehungsrechte-Währungskorb aufnehmen soll.

Andrew Polk, Ökonom bei der Organisation "Conference Board" in Peking, diagnostiziert ein Tauziehen zwischen Technokraten und Politikern in der chinesischen Führung. Seiner Ansicht nach befürworten reformfreudige Funktionäre das Streben nach der Anerkennung des Yuan als Reservewährung, um dadurch umfassendere Veränderungen durchsetzen zu können.

“Die Technokraten haben erkannt, dass die Internationalisierung des Renminbi ihnen helfen kann, echte Marktveränderungen durchzusetzen, und der politischen Seite verkaufen sie das, indem sie sagen, dass es sich um eine sehr prestigeträchtige Sache handelt", so Polk. "Renminbi" ist die offizielle Bezeichnung der Währung.

Zhou Xiaochuan, der Gouverneur der chinesischen Zentralbank (PBOC), ist die treibende Kraft für die Internationalisierung des Yuan. Währungshüter sehen die Aufnahme in den Währungskorb als Möglichkeit, das Renommee des Landes in Handel und Finanzwelt zu stärken und die Abhängigkeit vom Dollar zu reduzieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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