Devisen + Rohstoffe
China sorgt für Turbulenzen an Devisenmärkten

Die Aufwertung des chinesischen Yuan hat am Donnerstag an den Devisenmärkten zu starken Verwerfungen geführt. Der Dollar wie auch der Euro brachen nach der Ankündigung Chinas, die Bindung des Yuan zum Dollar zu lösen, zum japanischen Yen ein. Erneute Bombenexplosionen im Londoner Nahverkehr beeinflussten das Marktgeschehen nach Aussage von Händlern hingegen nicht nachhaltig.

HB FRANKFURT. „Die Abkopplung des Yuan vom Dollar bringt Fantasie in den Markt. Viele Investoren setzen darauf, dass andere asiatische Währungen nun ebenfalls aufwerten werden“, erklärte eine Händlerin den kräftigen Kursanstieg der japanischen Währung. „Der japanische Yen hat nun Nachholbedarf. Deshalb trennen sich die Anleger von Dollar-Beständen und steigen in den Yen ein, um von der Yen-Aufwertung zu profitieren“, ergänzte HVB-Analyst Kornelius Purps.

Der Dollar fiel zeitweise auf 110,18 Yen, nachdem er am Vortag noch mit 113,72 Yen den höchsten Stand seit 14 Monaten markiert hatte. Auch der Euro rutschte zum Yen ab und notierte mit 133,62 Yen mehr als drei Yen unter dem Schlusskurs vom Vortag von 137 Yen. Zur US-Währung notierte der Euro am frühen Abend bei 1,2115 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung zeitweise bis auf 1,2255 Dollar geklettert war. „Wir haben den Widerstand bei 1,2250 Dollar nicht nachhaltigen überwinden können. Daher haben die Anleger ihre Gewinne beim Euro wieder mitgenommen“, sagte ein Händler. Die Europäische Zentralbank legte den Referenzkurs am Nachmittag mit 1,2187 Dollar fest.

Nach Angaben der chinesischen Zentralbank werden künftig kontrollierte Wechselkursschwankungen zu einem Währungskorb zugelassen. Der Yuan sei nicht länger an den Dollar gebunden, das Wechselkursregime werde damit flexibler gestaltet. China ging damit auf Forderungen der sieben wichtigsten Industrienationen (G-7) ein. US-Regierung und Notenbankchef Alan Greenspan bewerteten die Maßnahme als einen ersten richtigen Schritt. Vor allem die USA haben China in der Vergangenheit vorgeworfen, sich mit einem künstlich niedrigen Kurs unfaire Handelsvorteile zu verschaffen. Die hohen Importe aus China haben das US-Leistungsbilanz steigen lassen.

Über eine Yuan-Aufwertung war an den Devisenmärkten schon seit Monaten spekuliert worden. Volkswirte erwarten keine größeren Folgen für die Weltwirtschaft.

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