China und Japan haben den größten Bedarf
Der Preis für Kobalt gerät langfristig unter Druck

Der Preis für das Metall Kobalt wird kaum wieder das zu Jahresbeginn erreichte Achtjahreshoch von 28,25 Dollar je Pfund (453 g) erreichen. Bis 2010 dürfte die Notierung sogar auf etwa die Hälfte dieses Niveaus abbröckeln. Diese Prognose stellten die Londoner Berater GFMS Metals Consulting. Allerdings werde die Preiserosion behutsam verlaufen.

HB LONDON. Der Markt für Kobalt ist mit einem Jahresvolumen von etwa 40 000 Tonnen eher klein. Kobalt ist härter und fester als Stahl und sehr zäh. Als reines Metall hat es nur wenige Anwendungen, beispielsweise als Isotop für die Gamma-Bestrahlung in der Krebstherapie, aber auch für die Sterilisation und im Bereich der Konservierung. Seine Verwendung als Legierungselement mit Eisen, Nickel und anderen Metallen macht es zu einem strategisch wichtigen Metall für die Rüstungsindustrie. Unverzichtbar ist es im Gasturbinenbau und bei der Herstellung von Magnetstahl.

Zwischen 1998 und 2003 stieg der Kobaltbedarf der Batteriehersteller um jährlich 20 Prozent. Insbesondere die Nachfrage aus China und Japan trug zu dieser hohen Wachstumsrate bei. China dürfte darüber hinaus in dieser Zeit seine Kobalt-Vorräte aufgestockt haben. Bis 2010 wird das Riesenreich zum zweitgrößten größten Kobaltverbraucher der Welt aufsteigen und damit Europa von dieser Position verdrängen, schätzen die Londoner Experten.

Japan werde indes seine Position als größter Endverbraucher behaupten, wenn auch mit einem Marktanteil, der sich von 29 auf 25 Prozent des Weltmarktangebots verringern werde. Die anstehenden Produktionsausweitungen bei Kupfer, Nickel und Blei werden laut Marktkennern das Angebot an Kobalt erhöhen. In seinem „Ausblick für Kobalt bis 2010“ geht die Londoner GFMS Metals Consulting davon aus, dass der Markt für Kobalt 2005 und 2006 noch angespannt bleiben dürfte.

GFMS will zwar einen neuen Ausbruch des Kobaltpreises nach oben in nächster Zeit nicht vollends ausschließen, ist jedoch überzeugt davon, dass sich der Preis mittel- bis langfristig auf dem gegenwärtig hohen Niveau kaum halten wird. Ein Preis von 30 Dollar je Pfund würde Verkäufe aus China und Russland auslösen und darüber hinaus den Substitutionsprozess für das Nebenmetall beschleunigen.

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