China unterstützt starke US-Währung
Dollar sorgt für Unruhe

Die anhaltende Schwäche der Weltleitwährung Dollar ruft weltweit Besorgnis und hektische diplomatische Aktivitäten hervor. Erstmals räumte am Montag der chinesische Premierminister Wen Jiabao öffentlich ein, dass sich die Regierung wegen der Wertverluste der hohen nationalen Dollarbestände Sorgen macht. Doch das Land steht vor einem Dilemma.

FRANKFURT. „Wir standen noch nie unter so großem Druck, wir machen uns Sorgen, wie wir den Wert unserer Währungsreserven erhalten können“, sagte Wen Jiabao in Singapur. China hält mit 1,43 Billionen Dollar die weltweit größten Devisenreserven. Die genaue Zusammensetzung nach Währungen ist nicht bekannt, es wird jedoch davon ausgegangen, dass sie zum weit überwiegenden Teil in Dollar-Wertpapieren angelegt sind.

In Südafrika, wo sich am Wochenende Vertreter der 20 wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt trafen, sagte der chinesische Notenbankchef Zhou Xiaochuan: „Wir unterstützen eine starken Dollar.“

Nachdem einige Tage zuvor chinesische Politiker und Notenbanker aus der zweiten Reihe Zweifel am Reservestatus des US-Dollar geäußert und öffentlich über eine Umschichtung der Devisenreserven nachgedacht hatten, fassten Marktbeobachter die neuen Äußerungen per Saldo als Indizien auf, dass China den Dollar nicht fallen lassen würde. Der Dollar erhielt durch die Aussagen vorübergehend etwas Auftrieb, verharrte aber auch gestern bei über 1,46 Dollar je Euro in der Nähe seines Allzeittiefs zur europäischen Einheitswährung.

China steht in dem Dilemma, dass es mit einem Verkauf seiner riesigen Dollarreserven gerade den Dollarverfall herbeiführen würde, gegen den ihn ein solches Manöver schützen sollte. Außerdem steht das Land unter starkem diplomatischen Druck von Seiten der USA und Europas, eine schnellere Aufwertung der Landeswährung Renminbi gegenüber dem Dollar zuzulassen.

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