Chinas Wachstum stützt Notierungen
Analysten: Preise für Rohstoffe bleiben hoch

Die hohen Rohstoff-Notierungen, etwa für Metalle, dürften sich bis ins erste Quartal 2005 halten. Einige Fachleute rechnen allerdings damit, dass die Preise im späteren Jahresverlauf sinken.

PEKING. Chinas Bruttoinlandsprodukt wuchs im dritten Quartal um 9,1 Prozent nach 9,6 Prozent im zweiten Quartal. „Die Nachfrage nach Rohstoffen in China ist nachhaltig“, sagte der Chef von BHP Billiton, Charles Goodyear. Die weltweit größte Minengesellschaft verdankt in den zwölf Monaten bis Juni 2004 knapp zehn Prozent ihres globalen Umsatzes der massiven Nachfrage aus China. Was wie eine Beschwörung aus dem Munde eines Managers klingt, der ein offensichtliches Interesse an guten Rohstoff-Geschäften hat, wird jedoch von vielen Analysten geteilt.

„Chinas Wirtschaft ist trotz des hohen Ölpreises robuster als viele denken“, sagt Anthony Nunan, verantwortlich für das internationale Petroleum-Geschäft bei der Mitsubishi Corp. in Tokio. „Über die Abkühlung in China wird zu viel Aufhebens gemacht“, beklagt sich gar Jim Collins, Investment-Chef bei Insight Capital Research & Management in Kalifornien. „Die Aktien haben überreagiert“, kommentiert er die jüngsten Kursverluste. Die Aktie von BHP hat seit Februar 15 Prozent verloren, der Konkurrent Rio Tinto seit Januar 20 Prozent, der Kupferkonzern Phelps Dodge seit März 25 Prozent.

Die Barclays Capital-Analystin Ingrid Sternberg sagte in London: „Wir bleiben positiv bei den Metallpreisen mindestens bis zum Ende des Jahres und bis ins erste Quartal 2005 hinein.“ Begründung: rekordniedrige Lagerbestände und anhaltende Nachfrage. Auch der Metallstratege Stephen Briggs von der Societe Generale pflichtete bei: „Die Preise der Basismetalle werden mindestens bis gut ins nächste Jahr hinein historisch hoch bleiben.“

Auch Andy Xie, einer der führenden China-Experten in Hongkong, sieht in Chinas Konjunktur kaum Dämpfer, die den Rohstoffmärkten schaden könnten. Sein Fazit: „Mehr als ein Jahr ökonomische Bremsmanöver scheinen nur einen begrenzten Einfluss auf die Wirtschaft in China zu haben.“ Selbst die Entwicklungs- und Reformkommission in Peking räumte ein, dass die Investitionen in den überhitzten Sektoren zu hoch bleiben. „Im Stahl- und Zementsektor ist das immer noch zu viel“, sagte ein Behördensprecher.

Doch es gibt auch warnende Stimmen an den Rohstoffmärkten. „Mit neuem Angebot aus Indonesien, Chile und Brasilien, können die Kupferpreise in den kommenden Monaten nachgeben“, sagt Niki Chu, Analyst bei Sun Hung Kai in Hongkong. Analyst Briggs sieht für den Metall-Sektor insgesamt im kommenden Jahr rauhere Zeiten vorher. „Wir glauben nicht, dass der Zyklus abgeschafft worden ist und erwarten, dass die Preise im Verlauf des Jahres 2005 generell nachgeben werden.“

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