Chinas Währung auf Talfahrt: Yuan leidet unter Konjunkturflaute

Chinas Währung auf Talfahrt
Yuan leidet unter Konjunkturflaute

Nicht nur das produzierende Gewerbe in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schwächelt, nun drückt die Konjunkturflaute im ehemaligen Boomland auch auf die Finanzmärkte durch. Der Yuan sinkt auf ein Einjahrestief.
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HongkongDie Sorgen um die chinesische Konjunktur machen der Landeswährung zunehmend zu schaffen. Am Donnerstag setzte der Yuan seine Talfahrt fort und verlor zum Dollar bis zu 0,6 Prozent. Damit mussten für einen Greenback 6,2334 Yuan bezahlt werden – so viel wie seit gut einem Jahr nicht mehr. Der Referenzkurs der Zentralbank war zuvor mit 6,1460 Yuan festgelegt worden. „Es gibt Dollar-Panikkäufe heute morgen“, sagte ein Händler bei einer chinesischen Bank in Shanghai. Selbst wenn sich der Kurs nun auf diesem Niveau stabilisieren würde, könnte der Yuan diese Woche den größten Verlust seit Beginn der Reuters-Aufzeichnungen 1992 erleiden.

Erst am Montag hatte die Notenbank die Handelsspanne für den Yuan ausgeweitet. Danach darf der Wechselkurs täglich um bis zu zwei Prozent zum Referenzkurs fallen oder steigen. Händler rechnen mit einer weitere Abwertung des Yuan, was die Wettbewerbschancen Chinas auf den Weltmärkten erhöhen dürfte. Deshalb vermuten viele Analysten, dass die Abwertung durchaus im Sinne der Zentralbank ist. Seit Jahresbeginn hat die chinesische Währung schon 2,8 Prozent an Wert eingebüßt. Analysten fürchten nun, dass Firmen mit Fremdwährungskrediten in die Bredouille geraten könnten, sollte der Trend sich fortsetzen.

Einige Analysten warnen aber auch, dass die Furcht vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft übertrieben ist. „Wenn man sich die Fundamentaldaten anschaut, ist China so stark wie es sein kann“, sagte Kelvin Tay, Analyst bei der UBS in Singapur. Schließlich gebe es einen Überschuss in der Leistungs- und Handelsbilanz und die Währungsreserven seien sehr hoch. „Ich glaube, dass jeder, der darüber in Panik verfällt, mal nachdenken sollte. Sie sollten nicht nur um der Panik willen in Panik geraten“, fügte Tay hinzu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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