Chinesische Währung: Yuan erstmals seit 2012 unter Referenzkurs

Chinesische Währung
Yuan erstmals seit 2012 unter Referenzkurs

Die chinesische Zentralbank kauft Dollar am Markt – und die chinesische Währung fällt im Wert. Womöglich wird sich die Notenbank bei der bevorstehenden Asienreise von US-Präsident Obama erklären.
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FrankfurtDer chinesische Yuan hat seine Talfahrt der vergangenen Tage am Dienstag fortgesetzt und ist erstmals seit September 2012 unter den Referenzkurs der Notenbank gefallen. „Es ist ziemlich offensichtlich, dass die Zentralbank über staatliche Geschäftsbanken Dollar am Markt kauft“, sagte ein Börsianer.

Ein Dollar verteuerte sich um bis zu 0,4 Prozent auf 6,125 Yuan und notierte damit über dem aktuellen Referenzkurs der der People's Bank of China (PBoC) von 6,1184 Dollar. Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen täglich festgesetzten Wert um maximal ein Prozent über- oder unterschreiten. Die PBoC hatte den Referenzkurs in den vergangenen Tagen kontinuierlich angehoben. In den Monaten zuvor hatte sie ihn dagegen meist gesenkt.

Dies sei aber kein Richtungswechsel der Währungspolitik, betonten die Analysten Linan Liu und Perry Kojodjojo von der Deutschen Bank. Die PBoC wolle damit lediglich die geplante Ausweitung der Yuan-Handelsspanne vorbereiten. Andere Devisen-Experten urteilten ähnlich und betonten, mit der Schwächung des Wechselkurses wolle die Notenbank der Markteinschätzung entgegenwirken, dass der Yuan-Kurs nur eine Richtung kenne.

Börsianer gehen davon aus, dass die Notenbank die Ausweitung der Yuan-Handelsspanne im Rahmen des Anfang März beginnenden Nationalen Volkskongresses ankündigen wird. Eine andere Gelegenheit wäre der bevorstehende Asien-Besuch des US-Präsidenten Barack Obama.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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