Chinesische Zentralbank
Yuan-Abwertung „im Wesentlichen beendet“

Um gut vier Prozent hat die chinesische Notenbank den Yuan seit Dienstag abgewertet und die Märkte in Panik versetzt. Während die Notenbank nun vom Ende des Abwärtstrends spricht, hört man aus Regierungskreisen anderes.
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DüsseldorfDie chinesische Zentralbank sieht angesichts der guten ökonomischen Fundamentaldaten keine Grundlage für eine weitere Abwertung der Landeswährung Yuan. Der Handelsüberschuss, die solide Fiskalpolitik und große Bestände an ausländischen Devisen verliehen dem Wechselkurs „kräftige Unterstützung“, teilte die Notenbank am Donnerstag mit.

Sie werde beobachten, ob es ungewöhnliche grenzüberschreitende Devisenströme gebe. Zudem werde sie den Mechanismus zur Kursfestlegung des Yuan weiter verbessern, um normale Fluktuationen beim Wechselkurs sicherzustellen.

Der Yuan schwächte sich am Donnerstag den dritten Tag in Folge ab. Die Volksrepublik hatte den Yuan bis Donnerstag durch eine Änderung der Kursfestlegung um mehr als vier Prozent abgewertet. Zuletzt hatten die Währungshüter den Referenzkurs mit 6,401 gegen den US-Dollar um 1,1 Prozent niedriger angesetzt als am Vortag. Der Exportweltmeister erhofft sich dadurch Vorteile im Kampf um Marktanteile und Impulse für die lahmende Konjunktur, werden seine Waren im Ausland doch dadurch preislich attraktiver.

Die Notenbank bezeichnete den Schritt jedoch als einmalig. Die Anpassung des Referenzkurses an den eigentlichen Handelskurs sei „im Wesentlichen beendet“, teilte ein Sprecher nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit. Aus Regierungskreisen verlautete jedoch, dass China eine Abwertung von fast zehn Prozent anstrebe.

In Reaktion auf die Abwertung des Yuan senkten chinesische Stahlhersteller nach Informationen von Insidern bereits die Exportpreise für Stahl. Einige kleine chinesische Firmen hätten den Preis für Bewehrungsstahl zum Bauen um fünf bis zehn Dollar je Tonne reduziert, verlautete aus Branchenkreisen am Mittwoch. Chinas Stahlindustrie ist die größte in der Welt. Eine geringere Nachfrage in der Volksrepublik hat viele Stahlproduzenten jedoch dazu gezwungen, Rekordmengen ins Ausland auszuführen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) begrüßte den Ansatz Chinas, die Währung mehr an der tatsächlichen Marktnachfrage zu orientiren, doch gab es auch Kritik, dass China angesichts eines Rückgangs seiner Ausfuhren mit einem schwächeren Yuan seine Exportwirtschaft fördern wolle. Zudem gibt es Sorgen, dass in anderen Ländern eine Abwertungsspirale ausgelöst werden könnte.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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