Chinesischer Ölkonzern CNOOC will offenbar Gebot erhöhen
Kampf um Unocal geht in heiße Phase

Das Ringen zwischen dem mehrheitlich staatlichen chinesischen Ölkonzern CNOOC und Chevron Texaco um die Übernahme des US-Ölförderers Unocal spitzt sich zu. Medienberichten zufolge will CNOOC sein 18,5 Mrd. Dollar schweres Angebot für Unocal nachbessern. Chevron hat bisher erst 16,5 Mrd. Dollar auf den Tisch gelegt.

tom/tmo DÜSSELDORF/NEW YORK. Heute wird voraussichtlich das Führungsgremium von Unocal über das weitere Vorgehen beraten. Mit Chevron hat das Unternehmen bereits eine Übernahme-Vereinbarung getroffen, die CNOOC nun torpedieren will. Es wird erwartet, dass der Unocal-Aufsichtsrat eine Empfehlung abgibt, ob er das Gebot von Chevron weiter unterstützt. Unocal war auf Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit.

Sollte der chinesische Konzern, der nach Marktkapitalisierung weltweit auf dem 24. Rang unter den Ölkonzernen rangiert, bei Unocal zum Zuge kommen, wäre dies die größte Übernahme eines ausländischen Konzerns durch ein chinesisches Unternehmen.

In den USA regt sich daher starker politischer Widerstand. Mitglieder des US-Repräsentantenhauses sehen durch eine mögliche Übernahme die nationale Sicherheit gefährdet. Gestern befasste sich sogar der Militärausschuss des US-Kongresses mit dem Thema.

Sowohl Chevron als auch CNOOC lassen nun in Washington ihre Lobby-Muskeln spielen. Die Chinesen versuchen vor allem auch das Unocal-Management davon zu überzeugen, dass sie alle US-Auflagen bei einer Übernahme befolgen werden – dazu könnte auch der Verkauf der amerikanischen Aktivitäten von Unocal zählen.

Bereits seit März sprechen CNOOC-Manager Brancheninformationen zufolge mit Unocal. Demnach hat CNOOC-Chef Fu Chengyu schon bei einem Abendessen zum Jahreswechsel seinem Gegenüber bei Unocal, Charles Williamson, Interesse an einer Übernahme signalisiert. Die Chinesen seien dann von der Chevron-Offerte überrascht worden, heißt es.

In der Kritik steht in den USA auch die Finanzierung des CNOOC-Gebots: Der Konzern erhält von seiner staatlichen Muttergesellschaft einen Kredit von sieben Mrd. Dollar zu einem Zinssatz von 2,2 Prozent. Selbst Exxon-Mobil, der Ölkonzern mit der höchsten Kreditwürdigkeit in der Welt, könne sich nicht Geld zu diesen Konditionen besorgen, schreibt der Branchendienst Energy Intelligence.

Die Hoffnungen von CNOOC ruhen nun auch auf dem mächtigen Committee on Foreign Investment (CFIUS) in den USA. Das Gremium kann Firmen-Übernahmen, die eine Gefährdung der nationalen Sicherheit darstellen könnten, überprüfen: Um möglichst schnell eine Beurteilungen herbeizuführen haben die Chinesen offenbar schon am 1. Juli das CFIUS unterrichtet. Doch das Komitee will erst aktiv werden, wenn eine endgültige Entscheidung über die Übernahme gefallen ist. Und die sollen die Unocal-Aktionäre erst am 10. August treffen.

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