Commerzbank sieht nur kurze Erholungsphase
Euro stabil - Analysten sehen Abwärtsrisiko

Der Euro hat sich am Mittwoch zum Dollar stabil auf dem Niveau des Vorabends gehalten. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Gemeinschaftswährung langfristig zur US-Valuta an Wert einbüßen wird. Kurzfristig sei aber durch Gewinnmitnahmen beim Dollar ein geringfügiger Anstieg des Eurokurses möglich.

Reuters FRANKFURT. „Zusammenfassend ergibt sich ein Bild, das nach wie vor ein erhöhtes Abwärtsrisiko aufzeigt“, schrieben die Analysten der Helaba in einem Marktkommentar. Gewinnmitnahmen und leichte Erholungen seien möglich, doch dominiere nach wie vor der Abwärtsdruck. Am Vormittag notierte der Euro mit 1,1313 Dollar nach 1,1315 Dollar zu Handelsschluss am Dienstagabend in New York.

Die technische Analystin Karen Jones von der Commerzbank sieht den Euro seit Dienstagmittag in einer kurzen Erholungsphase. Zuvor war er bis auf 1,1265 Dollar gefallen. Die europäische Währung könne auf kurze Sicht bis auf 1,1360/65 Dollar klettern, sagte Jones. Langfristig sei jedoch trotz zweier Unterstützungsmarken ein Kursrückgang auf 1,0850/80 Dollar möglich.

Die insgesamt negative Grundtendenz des Euro erklären Analysten damit, dass die Anleger weltweit derzeit ihr Anlageverhalten ändern. In den vergangenen Monaten hätten sie ihr Geld dort geparkt, wo sich die höchsten Renditen anboten. Davon hatte der Euro profitiert, weil die Renditen der Euro-Staatsanleihen die der US-Bonds übertrafen. Diese Renditen leiten sich aus dem jeweiligen Leitzins ab, der in der Euro-Zone bei 2,0 Prozent und in den USA bei 1,0 Prozent liegt.

Nun konzentrieren sich die Anleger den Analysten zufolge stärker auf Aktien. Sie verkaufen also Euro-Anleihen, kaufen aber nicht automatisch auch Euro-Aktien. Versprechen etwa Dollar-Aktien höhere Gewinne, dann fließt Kapital aus der Euro-Zone in den Dollar-Raum und der Euro fällt zum Dollar. Höhere Unternehmensgewinne versprechen sich Anleger derzeit den Analysten zufolge zurzeit aus den USA, weil die konjunkturellen Aussichten für die größte Volkswirtschaft der Welt derzeit günstiger seien als die für die Euro-Zone.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%