Contango
Öl: Teure Terminkontrakte schmälern Rendite

Investoren setzen auf einen steigenden Ölpreis, obwohl dieser seit acht Monaten fällt. Trotz Rezessionsängsten und Konjunkturtiefs in Industrie- und Schwellenländern zahlen die Rohstoffspekulanten für Terminkontrakte auf Öl immer höhere Preise. Von dem Trend können auch Anleger profitieren. Doch der Preis für eine zukünftige Öllieferung ist derzeit höher als der einer jetzt fälligen Lieferung.



FRANKFURT. Der Fachbegriff für diese Konstellation heißt Contango. Spekulanten zahlen heute für eine Öllieferung in drei Monaten einen Aufpreis von rund acht Dollar je Barrel. Ein Juli-Kontrakt kostet sogar rund 16 Dollar mehr. Das schmälert die Rendite langfristiger Ölinvestitionen. Private Spekulanten, die mit Ölzertifikaten auf einen steigenden Preis wetten und das Öl nicht geliefert haben wollen, partizipieren nicht vollständig an steigenden Kursen. Ihre Zertifikate kaufen immer neue und teurere Futures-Kontrakte und erleiden damit Rollverluste, selbst wenn der Ölpreis steigt. "Aber das Contangophänomen und die hohe erwartete Schwankungsbreite des Ölkurses führen bei Discount und Bonuszertifikaten zu attraktiven Konditionen", sagt Sebastian Bleser von der Société Générale. Sein Institut bietet aktuell Reverse-Discount- und Reverse-Bonusstrukturen auf Öl an.





Goldman Sachs oder auch die Royal Bank of Scotland bieten dagegen für Öl-Optimisten ein neues Rezept: Sie emittieren rolloptimierte Zertifikate, die etwaige Verluste aus den teureren Futurekontrakten beschränken sollen. Doch die Konstruktionen kosten ihrerseits Geld - und auch sie ermöglichen keine vollständige Partizipation am Ölpreis.





Eine hundertprozentige Partizipation und gleichzeitig hohe Risikopuffer bieten dagegen Discountzertifikate auf Einzelaktien aus der Ölbranche. Bis zu 50 Prozent Preisabschlag sind derzeit bei der Royal Dutch Shell oder Total möglich. Die Zertifikate laufen bis Ende 2009 und versprechen bis dahin zwischen vier und sechs Prozent Rendite. "Zusätzlich zum Ölpreis müssen Investoren aber auch das unternehmerische Risiko bei einem Zertifikat auf eine Einzelaktie berücksichtigen", sagt Jochen Fischer von Goldman Sachs. Ein vergleichbares Papier auf den Ölkurs direkt bietet zwar gleiche Renditechancen, verfügt aber mit 20 Prozent über einen deutlich schwächeren Risikopuffer. Und der kann bei den derzeit stark schwankenden Kursen die Rendite retten.





Ohne Rollverlust und Einzelaktienrisiko kommt eine neue Ölanleihe von Vontobel aus. Das Papier orientiert sich mit 40 Prozent Risikopuffer am S&P-GSCI-Crude-Oil-Index und bietet bis Ende 2009 knapp acht Prozent Jahresrendite.



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