CRB-Index im Aufwärtstrend
Rohstoffhausse liefert Warnsignale für den Aktienmarkt

Die jüngst veröffentlichten Inflationszahlen für November deuten sowohl in Deutschland als auch in den USA auf eine sinkende Teuerungsrate. Schon frohlocken manche Experten, dass die vor allem durch den Energiepreisanstieg induzierten Preissteigerungen im kommenden Jahr deutlich zurückgehen könnten.

DARMSTADT. Doch der Continuous-Commodity-Index, ein zuverlässiger Indikator für die Verbraucherpreistendenz der Zukunft, spricht eine andere Sprache.

Die „Commodities“, die so unterschiedliche Rohstoffe wie Metalle, Energieträger oder landwirtschaftliche Produkte umfassen, künden mit ihrem anhaltenden Aufwärtstrendkanal von einer Belebung der Nachfrage. Aus Sicht des Anlegers steht dem Vorteil, dass die Warenmärkte auf eine Besserung der konjunkturellen Lage schließen lassen, die Tatsache entgegen, dass sich für Produzenten die Einkaufspreise erhöhen. Das drückt entweder auf die Gewinne oder treibt die Inflation. Da die Verbraucherpreise in den USA schon anzogen, hält die Notenbank mit Zinserhöhungen dagegen. Mit einiger Verzögerung wirkt die Entwicklung der Rohstoffe so bremsend auf den breiten Aktienmarkt.

Kein Wunder also, dass sich immer mehr Anleger überlegen, auch einen Teil ihres Vermögens dauerhaft in Gold umzuschichten. Steigende Goldpreise wiederum strahlen auch auf die anderen Edelmetalle aus und schlagen sich dann im Commodity Index nieder. Der Chart zeigt, dass sich der „Continuous Commodity Index“, besser bekannt unter der alten Bezeichnung CRB Futures Index, seit 2002 im lupenreinen Aufwärtstrend bewegt.

Nach dem Vorstoß über das alte Hoch bei 320 Punkten konnte die Notierung zuletzt bis an die obere Trendbegrenzung klettern. Eine Trendwende lässt sich nicht ausmachen. So lange aber die Rohstoffpreise nicht nachhaltig sinken, bleiben auch die Aussichten auf sinkende Erzeugerpreise mehr als vage. Die Hoffnung, dass sich die Verbraucherpreise nennenswert verbilligen, erscheint unter diesem Aspekt nicht plausibel. Anleger sollten in ihrer Strategie für 2006 das Szenario einkalkulieren, dass die Inflation hoch bleibt und damit die Zinsen tendenziell eher steigen. Das hätte für den Aktienmarkt zur Folge, dass der 2005 etablierte Aufwärtstrend bei den Aktien einer Schaukelbörse weicht, die auch unangenehme Überraschungen bereit hält.

Hans-Dieter Schulz ist Experte für technische Analyse und Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes ist sein Mitarbeiter.

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